Fußball

Das Gesicht des Aufschwungs beim FCM

Der jüngste Aufschwung des 1. FC Magdeburg ist maßgeblich mit einem Namen verbunden: Baris Atik.

Von Von Kevin Gehring

Baris Atik ist ein enorm ehrgeiziger Spieler. So ehrgeizig, dass im FCM-Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (1:0) am Sonnabend die Hintertorbande zwischenzeitlich dran glauben musste. Als dem 26-Jährigen in der 14. Minute ein Ball in aussichtsreicher Situation auf der Grundlinie versprang, machte Atik seinem Ärger über die schlechten Platzverhältnisse in der MDCC-Arena Luft. Ein Tritt gegen die Bande, gefolgt von einem lauten Schrei.

Diesen Biss braucht der 1. FC Magdeburg im Abstiegskampf. Dieser Biss ist es, mit dem sich Baris Atik für die Blau-Weißen aktuell unverzichtbar macht. Und diesem Biss ist es zum großen Anteil zu verdanken, dass der FCM in den vergangenen Wochen einen Aufschwung in der dritten Liga erlebte. Atik ist nämlich zweifelsfrei das Gesicht der Serie von vier Spielen ohne Niederlage. Nicht nur wegen seiner beiden Führungstreffer zuletzt in München oder zu Hause gegen Kaiserslautern.

Nachdem der Deutsch-Türke in seinem FCM-Debüt gegen Verl noch blass geblieben war, war er schon in Wiesbaden bester Magdeburger, nahm sich der Rolle als Denker und Lenker in der Offensive an, wenn-gleich noch ohne Ertrag. Anders als bei Viktoria Köln, wo nicht nur die blau-weiße Serie, sondern auch die des Baris Atik mit einer Vorlage und einem Treffer begann. Es folgten drei weitere Auftritte mit Torbeteiligungen: Gegen Waldhof Mannheim legte er auf, gegen Bayern München II und den FCK netzte er selbst ein.

„Mein Job ist es, Tore und Assists zu machen –  und zurzeit gelingt mir das sehr gut", freut sich Atik über seinen Lauf. Dass er diesen auch gegen seinen Ex-Club aus der Pfalz, an den er 2018 für ein halbes Jahr ausgeliehen war, fortsetzen konnte, sei aber keine besondere Genugtuung gewesen. „Ich war einfach nur heiß, die drei Punkte hier in Magdeburg zu behalten", erklärt er seinen emotionalen Auftritt gegen Kaiserslautern.

Von Beginn an nahm Atik am Sonnabend die Zügel in die Hand, forderte viele Bälle und verteilte diese. Die erste Einschussgelegenheit hatte er auch, zog in der zehnten Minute per Dropkick aber drüber. Was ihn sichtlich ärgerte.

Obwohl der offensive Wirbelwind in der Folge viele und zum Teil harte Fouls einstecken musste, ließ er nicht locker. Der Lohn für seinen erneut sehr engagierten Auftritt folgte in der 56. Minute, als Sebastian Jakubiak ihn im Sechzehner bediente und er mit dem zweiten Kontakt zum 1:0 vollstreckte.

Doch Atik teilte die Lorbeeren im Nachgang. „Die Jungs suchen mich und das ist das Schöne", sagt er. „Nicht nur Lob an mich, Lob an die Mitspieler. Ohne sie würde ich die Tore nicht machen." Fakt ist für den Moment: Wenn Atik trifft, gewinnt der FCM. Der erste Heimerfolg seit über vier Monaten sei aber vielmehr „einer tollen Mannschaftsleistung" zu verdanken, betont Atik.

Ein Lob gebührt aber auch Otmar Schork, der den damals vereinslosen Deutsch-Türken im Winter an die Elbe lotste, in ihm einen Unterschiedspieler ausmachte. „Er ist quirlig, technisch beschlagen und hat seine Stärken als Vorlagengeber sowie im Torabschluss", hat Schork damals über Atik gesagt und sollte mit seiner Einschätzung recht behalten.

Obwohl der kleingewachsene Edeltechniker im Winter zunächst aufgrund eines Muskelfaserrisses passen musste, ist er beim FCM und dessen Fans längst zum Liebling aufgestiegen. Und vielleicht werden Atik und der Magdeburger Stadionrasen eines Tages auch noch Freunde. „Heute sind wir uns ein bisschen nähergekommen", hat er nach seinem ersten Heimsieg im FCM-Dress verschmitzt erklärt.