Fußball

FCM holt mit Glück einen Punkt in München

Bei 1860 war der 1. FC Magdeburg weit von einer spielerischen Glanzleistung entfernt - hielt dafür aber defensiv dagegen.

Von Anne Toss 28.09.2020, 01:01

Magdeburg l FCM-Torschütze Raphael Obermair trat nach Abpfiff triefnass vor die Mikrofone und sagte folgenden, treffenden Satz: „Das war vielleicht nicht das ansehnlichste Spiel, aber wichtig ist, dass wir etwas Zählbares mitgenommen haben.“

Der Auftritt des 1. FC Magdeburg bei 1860 München am Sonnabend war dementsprechend geprägt von der Zielvorgabe, punktemäßig etwas mitzunehmen und ja nicht wieder komplett leer auszugehen. In der Defensive stabil, in der Offensive ohne jeglichen kreativen Ansatz. Bei 1860 München reichte das für den FCM – mit etwas Glück in der Schlussphase – zum 1:1 (0:0)-Unentschieden. „Akzeptabel“ sei das, und „ein Punkt, mit dem wir leben können“, so Trainer Thomas Hoßmang. Mehr aber auch nicht.

Die Vorbereitung des Führungstreffers durch einen feinen Diagonalball von Jürgen Gjasula auf Raphael Obermair war einer der seltenen Glanzpunkte im Spiel der Magdeburger. Obermair, der aufgrund der Verletztensituation von der rechten auf die linke Außenbahn wechseln musste, tauchte so in der 56. Minute komplett frei im Strafraum der Münchner auf. „Ich habe noch einen Schrei von Christian Beck in der Mitte gehört, die Option war aber durch einen Gegenspieler zugestellt“, berichtete Obermair, der dementsprechend selbst den Abschluss suchte und den Ball 1860-Torhüter Marco Hiller durch die Beine legte.

Nach einer ereignisarmen ersten Halbzeit ging der FCM somit überraschend in Führung. Zog sich danach aber sofort wieder komplett zurück und überließ 1860 das Feld. Die Mannschaft von Michael Köllner investierte in der Folge mehr, brauchte jedoch auch mehrere Anläufe, ehe Erik Tallig zum 1:1 traf. Sein Schuss in der 76. Minute wurde von Verteidiger Brian Koglin noch unglücklich und für Torhüter Morten Behrens unhaltbar abgefälscht. Die Höhepunkte des Spiels sind somit schnell erzählt. Und während sich Köllner ärgerte, weil sein Team „tonangebend und dominierend“ gewesen sei, war Hoßmang eben zufrieden, „wenn man sieht, aus welcher Situation wir gekommen sind“.

Denn als ob die Niederlage gegen den HFC nicht schon genug zum Aufarbeiten gewesen sei, musste Hoßmang erneut auf personelle Ausfälle reagieren. Sechs Verletzte standen vor der Partie auf seiner Liste, 30 Minuten vor Anpfiff teilte der Verein dann aber mit, dass Timo Perthel ebenfalls nicht einsatzbereit ist. Die Konsequenz: Obermair wechselte die Seite und Daniel Steininger, sonst in der Offensive zu finden, agierte als Rechtsverteidiger.

„Daniel hat schon mehrere Positionen, unter anderem auch auf dieser, gespielt, bringt die Größe, Dynamik und das Tempo mit, um auch auf der rechten Seite zu überzeugen“, erklärte Hoßmang seinen Schachzug, „wir waren total überzeugt davon, dass das aufgeht.“

Und der Plan funktionierte tatsächlich, Steininger – „auf der Position hat es gebrannt und ich bin eingesprungen“ – war der ungewohnte und spontane Wechsel nicht anzumerken. Auch er merkte danach allerdings an: „Wir hatten uns vorgenommen, erst einmal etwas tiefer zu stehen. Nach der 1:0-Führung sind wir dann aber leider wieder etwas passiver geworden.“

Die Allzweckwaffe des FCM – lange Bälle auf die Sturmspitzen Christian Beck und Kai Brünker, der für Sören Bertram in die Startelf gekommen war – brachten 1860 wie auch zuvor schon den HFC kaum in Bedrängnis. An dem Spielstil wird sich so schnell, auch mit Blick auf die Verletzten, jedoch nichts ändern, prognostiziert Hoßmang: „Hacke, Spitze, eins, zwei, drei ist gerade nicht drin, für uns geht es um das Ergebnis. Mit der Zeit wird sich das aber wieder ändern.“

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