Fußball

Kai Brünker blüht beim 1. FC Magdeburg auf

Kai Brünker blüht beim 1. FC Magdeburg derzeit voll auf und träumt schon von der Zukunft. Doch zunächst wartet am Sonntag der VfB Lübeck auf das Team der Stunde in Liga 3.

Als absoluter Teamplayer hat sich Kai Brünker (l.) in der Sturmspitze des 1. FC Magdeburg etabliert. Foto: imago images

Magdeburg. Wenn Kai Brünker anfängt, über sein Team zu reden, funkeln ihm die Augen. Und wenn er über den jüngsten 2:1-Auswärtssieg des Drittligisten in Meppen erzählt, fällt ihm selbst auf: „Ich sage sehr oft das Wort stolz.“ Denn genau das beschreibt am besten, was Brünker beim 1.?FC?Magdeburg fühlt. „Ich bin stolz auf die Mannschaft“, sagt er. „Und ich bin stolz, ein Teil dieser Mannschaft zu sein.“

Mit diesem Teamgedanken hat sich Brünker unter Christian Titz in den Fokus gespielt, hat sich im neuen System der Elbestädter in vorderster Front unverzichtbar gemacht. „Er ist ein Mannschaftsspieler“, hebt der Coach an seinem wuchtigen Stoßstürmer hervor. Und nicht nur das: „Mit ihm als ersten Anlaufspieler fängt bei uns die Defensivarbeit an. Auch in der Art, wie er Bälle für andere ablegt, macht er das gut.“

„Panzer“ Brünker lobt „Spitzbub“ Atik

So wie beim jüngsten Auswärtserfolg im Emsland, wo Brünker an beiden Treffern beteiligt war. Erst schirmte er den Ball ab, damit Baris Atik zur ersten Führung durch Sören Bertram flanken konnte. Dann verlängerte er per Kopf auf den „Mann der Stunde“ (Atik), der den Siegtreffer erzielte. „Er ist einfach eiskalt vor dem Tor, ein richtiger Spitzbub“, lobt „Panzer“ Brünker den Wirbelwind.

Dass Atik so am Ende wieder der gefeierte Magdeburger war, stört den zweifachen Vorbereiter Brünker nicht. „Wenn die Mannschaft Erfolg hat, dann stechen auch einzelne Personen heraus. Da ist es völlig egal, wer es ist, ich gönne es jedem“, sagt er mit einem dicken Grinsen im Gesicht.

Gier in der Mannschaft

Und macht sich währenddessen schon glatt Gedanken über die neue Spielzeit. „Das ist weit gedacht“, gesteht er, „aber bei dem, was sich hier gerade so entwickelt, habe ich richtig Lust darauf, zu erfahren, was die Zukunft bringt.“

Vorher zählt es für ihn und den 1. FC Magdeburg jedoch, den Klassenerhalt in der 3. Liga in trockene Tücher zu bringen– vielleicht schon mit dem morgigen Heimspiel gegen den VfB Lübeck (13 Uhr / Magentasport). „Gegen Lübeck wollen wir den Sack zumachen“, sagt der 26-Jährige bestimmt. „Da ist so eine Gier und so ein Hunger in der Mannschaft, dass wir immer weitermachen wollen“, erklärt er. Selbst, wenn der Klassenerhalt dann schon feststehen sollte.

Lob von Streich

Brünker jedenfalls gibt in jedem Spiel 100 Prozent, was auch DDR- und FCM-Stürmer-Ikone Joachim Streich lobt. „Er bringt eine enorme Wucht mit und ackert, bis er Blut schwitzt“, sagt Streich anerkennend. „Die positive Entwicklung des Teams ist auch sein Verdienst, weil er sich als Stoßstürmer das absolute Vertrauen erarbeitet hat“, adelt der 70-Jährige den Angreifer. „Die nachrückenden Spieler wissen genau, dass Brünker als ,Prellbock’ alles reinwerfen wird, um den Ball festzumachen oder zu verlängern. “

Wie am Mittwoch, als dieses Rezept zweimal zum Torerfolg geführt hat. Als der FCM gezeigt hat, dass es nicht ausschließlich über die spielerische Raffinesse gehen muss.

Titz wünscht ihm ein Tor

„Es macht mir Spaß, in der Startelf zu stehen und mich für die Mannschaft kaputt zu machen“, sagt Brünker überglücklich. „Es ist das Schönste, was es für einen Fußballer gibt, wenn man Vertrauen spürt.“

Dieses zahlt der Angreifer in jedem einzelnen Auftritt zurück, wenngleich sich das bei bisher drei Saisontreffern noch nicht auf dem Torekonto widerspiegelt. „Ich würde mir wünschen, dass er sich am Wochenende selbst noch einmal belohnen kann“, sagt Titz zum unermüdlichen Arbeiter in der Offensive. Dann hätte Brünker – sofern das mannschaftliche Resultat stimmt – noch einen Grund mehr, stolz zu sein.