FCM

Matchwinner in Mannheim: Baris Atik zaubert beim 1. FC Magdeburg schon wieder

Mit einem 2:0-Erfolg beim SV Waldhof Mannheim ist der 1. FC Magdeburg siegreich in die neue Drittliga-Saison gestartet. Matchwinner war einmal mehr Baris Atik, der, zurück an alter Wirkungsstätte, an beiden Treffern beteiligt gewesen ist.

Von Kevin Gehring
Beim ersten Treffer von Luca Schuler (r.), den er sehenswert vorbereitet hatte, war Baris Atik noch zum Lachen zumute. Als der ehemalige Waldhof- Junior wenig später selbst auf 2:0 stellte, entschuldigte er sich bei den Fans.
Beim ersten Treffer von Luca Schuler (r.), den er sehenswert vorbereitet hatte, war Baris Atik noch zum Lachen zumute. Als der ehemalige Waldhof- Junior wenig später selbst auf 2:0 stellte, entschuldigte er sich bei den Fans. Foto: imago images

Mannheim/Magdeburg - Leicht humpelnd, aber freudestrahlend schritt Baris Atik am Sonnabend nach dem Abpfiff durch das sonnengeflutete Carl-Benz-Stadion, verteilte Umarmungen und „Küsschen“ an seine Mitspieler. Und am Anschluss verteilte Atik die Lorbeeren, die er nach seiner Vorlage und seinem Treffer zum 2:0-Erfolg bei Waldhof Mannheim von allen Seiten bekommen hatte. „Das Lob geht an die Mannschaft“, betonte er. „Ohne sie würde ich meine Tore und Assists nicht machen.“

Und doch war es wie so oft in der vergangenen Rückrunde der quirlige Offensivspieler, der den Unterschied für den FCM gemacht hat. Erst steckte er gedankenschnell für Luca Schuler durch, der schon in der sechsten Spielminute platziert ins rechte Eck zur Führung traf. Kurz darauf nahm Atik selbst Maß und schlenzte das Spielgerät nach Vorarbeit von Alexander Bittroff platziert in die lange Ecke (9.). „Ich bin überglücklich, dass das so geklappt hat“, sagte er zu seinem sehenswerten Treffer.

Atik verzichtet auf Torjubel

Seine Freude unmittelbar nach dem 2:0 ließ sich der 26-Jährige allerdings nicht anmerken. Stattdessen riss er sofort seine Arme hoch, machte eine entschuldigende Geste in Richtung des Mannheimer Anhangs. „Ich habe von den Bambinis bis zur A-Jugend für diesen Verein gespielt. Das ist eine Frage des Respekts, sowas macht man nicht“, erklärte Atik zum unterlassenen Jubel und schob nach: „Ich verdanke diesem Verein viel.“

Dass er in der Folgezeit dennoch von den Waldhof-Fans ausgepfiffen und später bei seiner Auswechslung sogar beleidigt wurde, machte ihm wenig aus. „Das ist nicht so schlimm. Ich konnte trotzdem mein Tor und mein Assist machen, damit wir die drei Punkte mit nach Magdeburg nehmen“, so Atik.

FCM verpasst vorzeitige Entscheidung

Was dem Deutsch-Türken allerdings etwas ausmachte, ist die Tatsache, dass die Elbestädter die Partie nach dem Blitzstart nicht schon frühzeitig für sich entscheiden konnten. „Wir hätten in der ersten Halbzeit das eine oder andere Tor mehr schießen können. Leider haben wir diese Chancen nicht genutzt“, ärgerte sich der Offensivspieler.

So köpfte Alexander Bittroff nach einer Ecke drüber (11.), schoss Tobias Müller aus der Distanz zu unplatziert (14.), scheiterte Leon Bell Bell an Waldhof-Keeper Timo Königsmann (15.), verzog Amara Condé einen Schuss aus vielversprechender Position (30.). In all diesen Szenen ob als Balleroberer, Initiator oder Vorbereiter maßgeblich beteiligt: Baris Atik.

Doch weil der FCM eben jene Gelegenheiten ausgelassen hatte, wurde es nach dem Seitenwechsel noch spannend. „In der zweiten Halbzeit haben sie Druck gemacht. Die Fans haben die Mannschaft richtig nach vorne gepusht“, resümierte Atik, der die Schlusshalbestunde nach seiner Auswechslung von der Bank aus verfolgt hatte.

Atik gibt Entwarnung

Von da aus sah er gewiss etwas angespannt, wie ab der 70. Minute ein hoher Ball nach dem anderen in den Magdeburger Strafraum segelte. „Aber wir konnten standhalten“, sagte Atik zufrieden. Auch bezüglich seines unrunden Gangs konnte der Edeltechniker nach Spielende bereits Entwarnung geben: „Ich hatte in der Woche Leistenprobleme. Es hat dann im Spiel zugemacht, aber es ist nichts Schlimmes.“ Einer neuerlichen Gala-Vorstellung im ersten Heimspiel am Sonnabend gegen den SC Freiburg II sollte also nichts im Wege stehen.