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Obermair belebt mit seinen Ausflügen die Offensive des 1. FC Magdeburg

Obwohl ihm ein Torerfolg beim 0:0 gegen den SC Freiburg II trotz einiger gefährlicher Abschlüsse nicht gelang, belebte Raphael Obermair als Außenverteidiger die Offensive des 1. FC Magdeburg.

Von Kevin Gehring
Rechtsverteidiger Raphael Obermair (r.) war gegen den SC Freiburg II einer der auffälligsten Magdeburger. Allerdings nicht wegen seiner Abwehrarbeit, sondern mit Ausflügen in die Offensive.
Rechtsverteidiger Raphael Obermair (r.) war gegen den SC Freiburg II einer der auffälligsten Magdeburger. Allerdings nicht wegen seiner Abwehrarbeit, sondern mit Ausflügen in die Offensive. Foto: Eroll Popova

Magdeburg - Auf dem Papier bekleidete Raphael Obermair am Sonnabend die Rechtsverteidiger-Position in der Viererabwehrkette des 1. FC Magdeburg. Auf dem Platz allerdings wirkte Obermair beim torlosen Remis gegen den SC Freiburg II viel mehr wie ein Rechtsaußen. Mit vier gefährlichen Abschlüssen war der 25-Jährige gar der auffälligste Magdeburger in der Offensive.

„Das ist der Spielstil, wie ich ihn mir vorstelle und wie der Trainer ihn von mir verlangt“, erklärte Obermair nach dem Spiel. Genau das wolle FCM-Coach Christian Titz sehen: „Dass wir Außenverteidiger sehr hoch stehen und uns immer wieder in die Offensive mit einschalten.“

Bell Bell und Obermair sorgen für Gefahr

Vorbildlich erfüllten Leon Bell Bell auf dem linken und Obermair auf dem rechten Flügel diese Traineranweisung gegen die Freiburger Reserve. Beide hatten gegen den tief stehenden Drittliga-Neuling nur selten defensive Aufgaben zu verrichten, rückten dafür offensiv in den Fokus. Bell Bell vor allem in der Vorarbeit, beispielsweise als er Luca Schuler in der 44. Minute vor dessen Pfostenschuss sehenswert bedient hatte.

Obermair hingegen kam selbst zu einigen gefährlichen Chancen. Schon in der 15. Minute, als er nach einem Freistoß-Pfiff im Mittelfeld gedankenschnell eingelaufen war, er allerdings nicht mehr richtig an den Ball kam. Wesentlich gefährlicher wurde es fünf Minuten später, als Obermair nachsetzte, aber ebenso wie zuvor Schuler an Gäste-Keeper Niklas Sauter scheiterte.

Das „Quäntchen Glück“ im Abschluss fehlt

Seine größte Chance – und zugleich eine der größten im Spiel – hatte der Deutsch-Philippiner in der 31. Minute. Wieder verarbeitete er einen weiten Ball mit dem ersten Kontakt und tanzte im Anschluss Gegenspieler Julius Tauriainen aus. Sein Abschluss streifte dann jedoch knapp am anvisierten langen Eck vorbei.

„Vorne lief es eigentlich ganz gut, wir müssen nur die Chancen reinmachen“, haderte Obermair nach der Partie und ergänzte in der Auswertung: „Ich denke, dass es so Tage gibt, an denen das Quäntchen Glück fehlt.“ Dass es ein solcher werden könnte, war bereits zu erahnen, als Baris Atik in der zwölften Minute vom Punkt die Führung vergab. „Da ist ihm keiner böse“, sagte Obermair bestimmt. „Es ist menschlich, dass man mal einen Elfmeter verschießt.“ So häuften sich die verpassten Gelegenheiten während der 90 Minuten. „Ich weiß gar nicht, wie viele Hundertprozentige wir hatten“, gestand Obermair. „Drei, vier waren es auf jeden Fall.“

Fan-Rückkehr sorgt für Kribbeln im Bauch

Und dennoch waren traurige Gesichter am Sonnabend selten – sowohl bei den Spielern und Trainern als auch bei den Zuschauern auf den Tribünen. Zum einen, weil die spielerische Leistung des FCM gestimmt hat. Zum anderen, weil die Rückkehr des Anhangs für weitreichende Glücksgefühle sorgte.

„Ich glaube, dass wir alle etwas Anspannung und Kribbeln im Bauch hatten, weil wir wieder vor Fans spielen durften“, erklärte Obermair glücklich über die lautstarke Unterstützung. Immerhin sei das nach knapp eineinhalb Jahren wieder eine Umstellung gewesen. „Kommandos waren schwer zu geben – wenn, dann nur über zwei Meter“, sagte der offensiv ausgerichtete Rechtsverteidiger.

Und wenngleich dessen Ausflüge nach vorne dieses Mal nicht von Erfolg gekrönt waren, wird FCM-Trainer Titz von seinen offensiven Außenverteidigern gewiss nicht abweichen. So wird Obermair auch im DFB-Pokal gegen Zweitligist FC St. Pauli wieder in Rechtsaußen-Position wirbeln.