FCM

Reimann schnappt sich Platz im Tor des 1. FC Magdeburg

Mit dem 4:2 (3:1)-Sieg beim Zweitligisten Hannover 96 ist die Generalprobe für den Drittliga-Auftakt in Mannheim für den 1. FC Magdeburg geglückt. Beim abschließenden Test hat Coach Christian Titz ebenfalls offenbart, dass er sich für Dominik Reimann als neue Nummer eins entschieden hat.

Von Dennis Uhlemann
Dominik Reimann wird Nachfolger von Morten Behrens und ist neuer Stammkeeper beim Drittligisten 1. FC Magdeburg.
Dominik Reimann wird Nachfolger von Morten Behrens und ist neuer Stammkeeper beim Drittligisten 1. FC Magdeburg. Fotos: imago images

Hannover. Als Dominik Reimann am späten Samstagnachmittag zufrieden vom Platz in der HDI-Arena trottete, wird er sich vielleicht auch kurz an eine Entscheidung erinnert haben, die er vor gut zehn Jahren getroffen hatte. Als 14-Jähriger fasste er den Entschluss, nur noch zwischen den Pfosten zu stehen, nachdem er in den Jahren zuvor im Nachwuchs von Borussia Dortmund sowohl als Torhüter als auch im Feld spielte.

Doch seine Anfänge und seine damit gesammelten fußballerischen Qualitäten könnten Reimann nun den entscheidenden Vorteil im Rennen um den Platz im FCM-Tor gebracht haben. Nach dem 4:2 (3:1)-Sieg im abschließenden Testspiel gegen Hannover 96 steht Reimann nämlich als neuer Stammkeeper fest. „Dominik hat das in der Vorbereitung gut gemacht und wird momentan auch spielen“, ließ sich Titz bereits eine Woche vor dem Drittliga-Start bei Waldhof Mannheim am Sonnabend um 14 Uhr entlocken.

Auch im abschließenden Test habe der 1,86-Meter-Mann laut Titz „zwei, drei Bälle stark gehalten und war mit dem Fuß in der Eröffnung gut“. Ein Torhüter, der mitspielen kann – das gehört zum Titz-System. Und das ist „meine Stärke“, wie Reimann selbstbewusst sagt. „Auch Halten kann ich. Und im Eins-gegen-eins bin ich ebenfalls nicht schlecht“, zählt er schmunzelnd auf.

Und der 24-Jährige, der mit Leihspieler Benjamin Leneis (22) vom FC Augsburg zuletzt einen echten Konkurrenten an die Seite gestellt bekommen hatte, möchte das als neue Nummer eins nun auch in den Pflichtspielen unter Beweis stellen. Mitgeteilt hat der Trainer die Entscheidung für Reimann als Stammkeeper dem Team und ihm persönlich zwar noch nicht. „Ich würde mich aber sehr darüber freuen“, sagt Reimann grinsend. Wohlwissend, dass ihm nach einem verlorenen Jahr bei Holstein Kiel, in dem er auf lediglich einen Einsatz für die Regionalliga-Reserve kam, eine deutlich bessere Saison bevorstehen sollte.

Positive Stimmung vor dem Ligastart

Und das könnte auch für den FCM gelten. Zumindest stimmt die laut Titz „grundsätzlich gute Vorbereitungsphase“ die Fans sehr optimistisch. Nicht zuletzt aufgrund der Siege gegen die Zweitligisten aus Aue (2:1) und nun Hannover. „Es war wichtig, dass wir den letzten Test erfolgreich gestaltet haben. Das gibt uns vor dem Ligastart eine positive Stimmung“, weiß Reimann.

Sein Trainer sah aber auch noch „viele Dinge, die nicht so gepasst haben“. Zum Beispiel die Spieleröffnung in den ersten 30 Minuten. „Da haben wir uns schwergetan – auch mit dem Pressing“, so Titz. In dieser Phase kassierte der FCM auch ein zu einfaches Gegentor durch Sebastian Kerk (15.).

Deutlich besser gefallen hat dem 50-Jährigen die Phase kurz vor der Pause, als „wir es richtig sauber gespielt und direkt die Tore gemacht haben“. Luca Schuler traf zum achten Mal im sechsten Testspiel (41.). Baris Atik schnürte nach seinem Elfmetertor aus der 14. Minute den Doppelpack (44.). Beide Tore vorgelegt hatte ein starker Sirlord Conteh.

Besonders hervorheben wollte Titz trotz der vier Tore gegen den Zweitligisten – Adrian Malachowski markierte den späten 4:2-Endstand (88.) – aber niemanden aus der Offensive. „Wir haben wieder gezeigt, dass wir in der vordersten Linie gut besetzt sind“, freut sich Titz, der sich aber dennoch gewünscht hätte, dass sein Team eher den Deckel draufgemacht hätte.

Bittroff-Einsatz in Mannheim nicht in Gefahr

So wurde der Ausgang der Partie durch den 2:3-Anschlusstreffer der 96er durch Marvin Ducksch (61.) noch einmal spannend. Doppelt ärgerlich war es, weil sich bei dieser Aktion Alexander Bittroff das Knie überstreckte und ausgewechselt werden musste. Sein Einsatz in Mannheim ist aber nicht gefährdet. Auch den Abwehr-Routinier werden aber die insgesamt zehn Gegentore in den Testspielen ärgern. „Wir wissen, woran wir arbeiten müssen“, blickt Titz auf die letzte Woche vor dem scharfen Start voraus. „In Mannheim erwartet uns dann eine ganz andere Aufgabe.“

Vor allem offensiv überzeugten Florian Kath (l.) und der FCM gegen den Zweitligisten Hannover 96 um Kapitän Marcel Franke.
Vor allem offensiv überzeugten Florian Kath (l.) und der FCM gegen den Zweitligisten Hannover 96 um Kapitän Marcel Franke.
Foto: imago

Eine, für die der Coach noch die beste Startelf finden muss. Oder es auf einzelnen Positionen schon getan hat. Wie bei der Torhüter-Frage, die mit Reimann nun beantwortet wurde. Einem fußballerisch starken Reimann, der auch im Feld spielen könnte? „In der 3. Liga sicher nicht, aber ein paar Ligen drunter schon“, antwortet er lachend.

FCM: Reimann – Obermair, Bittroff (63. Knost), T. Müller (84. Rieckmann), Bell Bell – A. Müller, Condé (84. Ceka), Krempicki (46. Malachowski) – Atik, Conteh (46. Kath), Schuler (63. Brünker)

Tore: 0:1 Atik (14./Handelfmeter), 1:1 Kerk (15.), 1:2 Schuler (41.), 1:3 Atik (44.), 2:3 Ducksch (61.), 2:4 Malachowski (88.)

Ungeschlagen durch die Vorbereitung – und dennoch war Titz auch mit dem letzten Test nicht komplett zufrieden.
Ungeschlagen durch die Vorbereitung – und dennoch war Titz auch mit dem letzten Test nicht komplett zufrieden.
Foto: imago