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Eiskunstlauf-Drama „Alptraum“: Malinins Olympia-Debakel schockt die Sportwelt

Eiskunstläufer Ilia Malinin wirkte unbesiegbar. Doch bei der Olympia-Kür hält er wohl dem immensen Druck nicht stand. Das auf Platz acht abgestürzte Wunderkind ringt nach einer Erklärung.

Von dpa 14.02.2026, 04:55
Für Eiskunstlauf-Superstar Ilia Malinin entwickelte sich die Olympia-Kür zu einem Desaster.
Für Eiskunstlauf-Superstar Ilia Malinin entwickelte sich die Olympia-Kür zu einem Desaster. Peter Kneffel/dpa

Mailand - Eiskunstlauf-Superstar Ilia Malinin suchte vor einer ganzen Reporterschar nach einer Antwort auf das nicht für möglich gehaltene Olympia-Fiasko in Mailand. „Ich kann nicht begreifen, was hier passiert ist“, sagte der 21-Jährige, der mit seinem dramatischen Einbruch in der Kür der Männer zu einer der tragischen Figuren dieser Olympischen Winterspiele wurde.

Ausgerechnet Freitag, der 13., sollte für „Vierfach-Gott“ Malinin zum Desaster werden. Als „Alptraum“ betitelte die Tageszeitung „USA Today“ den Abend für den Eiskunstlauf-Profi. Malinin, der nach dem Kurzprogramm noch führte, rutschte mit einer katastrophalen Kür auf den achten Platz ab. Statt dem erwarteten Gold gab es für den Topfavoriten aus den USA nicht einmal eine Medaille. „Ich habe es vermasselt“, wurde Malinin vom US-Sender NBC zitiert.

Malinin spricht vom „olympischen Fluch“

Das Wunderkind auf Kufen galt vor den Winterspielen eigentlich als unbesiegbar. Mehr als zwei Jahre war er es auch. Doch ausgerechnet bei Olympia musste der zweimalige Weltmeister wieder mal eine Niederlage einstecken - und die war umso schmerzhafter. „Der olympische Druck erwischt dich wirklich. Die Leute sagen, es gebe einen olympischen Fluch – dass der Goldfavorit bei Olympia immer schlecht läuft“, sagte Malinin.

Der Superstar beherrscht so viele Vierfachsprünge wie kein anderer Läufer auf dieser Welt. Er bezeichnet sich deshalb auch selbst als „Vierfach-Gott“. Die Frage vor der Kür war weniger, wer Olympiasieger werden würde, sondern vielmehr, mit wie viel Abstand Malinin gewinnen würde. 

Doch das Fiasko begann früh: Statt eines geplanten vierfachen Axels - es wäre der erste in der Olympia-Geschichte gewesen - sprang er diesen nur einfach. Anschließend reihte sich Fehler an Fehler, zwei Stürze inklusive. Die Zeitung „Wall Street Journal“ titelte: „Der "Vierfach-Gott" stürzt zu Boden“.

Olympiasieger Schaidorow über Malinin: „Der beste Läufer der Welt“

Sogar Überraschungs-Olympiasieger Michail Schaidorow aus Kasachstan, der dank einer nahezu fehlerfreien Kür noch von Platz fünf nach dem Kurzprogramm auf Rang eins kletterte, sprach sein Mitgefühl für Malinin aus. „Er ist sehr wichtig für das Eiskunstlaufen. Er ist der beste Läufer der Geschichte“, sagte der Goldmedaillengewinner, dem Malinin fair gratulierte.

Der NBC-Experte und frühere Weltklasse-Eiskunstläufer Johnny Weir aus den USA litt mit Malinin mit und richtete auf Instagram aufbauende Worte an den 21-Jährigen: „Du hast wahren Sportsgeist und Anmut gezeigt.“ Malinin sei einmalig auf dieser Welt, meinte Weir.