Magdeburg l Robin Krasniqi holt Dominic Bösel im SES-Duell mit einem krachenden Knockout vom Weltmeister-Thron im Halbschwergewicht. Der 33-Jährige erfüllte sich damit im dritten Anlauf den lang ersehnten Traum und konnte sich in der Nacht zum Sonntag vor 2000 Zuschauern in der Getec-Arena den Interims-Gürtel der WBA und den Gürtel der IBO umhängen. Bösel musste dagegen sogar ins Krankenhaus.

Zwei Runden lang hatte der 30-Jährige bei seiner ersten Titelverteidigung den Kampf kontrolliert. Obwohl er keine klaren Treffer setzen konnte, lag er bei den Punktrichtern vorne. Krasniqi konnte ihn in der zweiten Runde aber einige Male mit schnellen Aufwärtshaken beeindrucken. Die trafen zwar nicht richtig, waren aber Teil des Siegplanes. „Ich wollte mit diesen Schlägen dafür sorgen, dass er mit seiner Deckung nach unten absichert und sich irgendwann oben die Lücke bietet. Und dieser Plan ist aufgegangen“, verriet Krasniqi nach dem Kampf.

Entscheidung in Runde 3

Als Bösel dann eher aus dem Nichts plötzlich zu Boden ging, sah es zunächst danach aus, als sei er gestolpert. Dachte auch der Ringrichter und zählte Bösel deshalb nicht an. Aber Krasniqi hatte ihn hart getroffen. Als Bösel wieder stand, war deutlich zu sehen, dass er auf wackligen Beinen stand. Deshalb setzte Krasniqi gnadenlos nach und schickte den Titelverteidiger mit einer hammerharten Rechten 35 Sekunden vor Ende der 3. Runde auf den Ringboden.

Bösel musste ins Krankenhaus

So schlimm, dass man zunächst Sorgen um Bösel haben musste. Er war voll auf den Hinterkopf gefallen und blieb auch minutenlang liegen. Gestützt von seinem Team konnte er dann aber in seine Ecke geführt werden und gab dann noch im Ring ein erstes Interview. „Ich bin sprachlos und erschrocken. Ich habe da nicht aufgepasst“, so Bösel, dem immer noch der Schock ins Gesicht geschrieben stand. Um ihn nach dem schweren Kopftreffer richtig durchzuchecken und in ärztlicher Kontrolle zu behalten, ging es aber wenig später ins Krankenhaus.

Krasniqi dagegen feierte mit seinen zahlreichen Fans. „Auf diesen Moment habe ich 15 Jahre gewartet. Das sind Gefühle, die kann man mit keinem Geld der Welt bezahlen“, erzählte der neue Champions stolz – ohne dabei aber seinen geschlagenen Gegner zu vergessen. Krasniqi: „Ich wünsche Dominic, dass er stark zurückkommt.“ Für ein zweites Duell! Denn schon bevor die Fäuste flogen, wurde für den Fall eines Krasniqi-Sieges ein Rückkampf vereinbart.

Kadiru neuer Schwergewichts-Meister

Zuvor hatte Peter Kadiru seinen Traum vom Deutschen Meistertitel verwirklicht. Nach zehn Runden entschied er das Duell gegen Roman Gorst mit einem einstimmigen Punktsieg für sich. Der 23-Jährige bestimmte von Beginn an den Kampf und traf seinen Gegner einige Mal hart. Kadiru: „Ich hätte gerne vorzeitig gewonnen. Aber er ist schwer zu boxen. Wichtig ist am Ende der Gürtel. Der hat eine große Tradition. Deshalb bin ich wirklich sehr stolz darauf.“ Das ganz große Risiko wollte er aber nicht gehen. „Das ist im Schwergewicht immer gefährlich. Deshalb sollte Peter dann nicht zu offen werden“, erklärte sein Trainer Christian Morales.