Berlin (dpa) - Nach dem Ende der ungewöhnlichen Transferperiode in Corona-Zeiten am Montagabend rückt die Fußball-Nationalmannschaft in den Fokus. Für Bundestrainer Joachim Löw und seine Auswahl stehen diese Woche drei Partien an, zwei davon in der Nations League.

Zudem bekommt Löw etwas mehr Klarheit über den letzten Vorrundengegner bei der EM im kommenden Jahr. Auch der deutsche Fußball-Nachwuchs ist gefordert, und am Sonntag steht das Duell in der Nations League zwischen Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal an.

TRANSFERSCHLUSS: Am Montag endet eine von der Corona-Pandemie geprägte Transferperiode, in der viele Clubs zum Sparen gezwungen waren. Bis das Fenster in Deutschland um 18.00 Uhr schließt, könnten aber noch einige Transfers über die Bühne gehen. Gerade Rekordmeister Bayern München dürfte seinen dünnen Kader noch verstärken. Im Gespräch ist unter anderem Mittelstürmer Eric Maxim Choupo-Moting. Er soll als Ersatz für Torgarant Robert Lewandowski vorgesehen sein. Diesen Part übernahm zuletzt noch Nachwuchsspieler Joshua Zirkzee. Der soll dafür wiederum verliehen werden. Gerüchte gab es auch um ein Münchner Interesse an Andrej Kramaric, der mit sechs Toren in drei Spielen für 1899 Hoffenheim überragte. Unklar ist die Zukunft von Mario Götze. Der WM-Final-Torschütze war bei Bayern und Hertha BSC im Gespräch. Er ist derzeit vereinslos und könnte damit aber auch noch nach Ende der Transferfrist geholt werden.

LÖW-TEAM IM DREIERPACK: Drei Länderspiele in sieben Tagen. Das ist nicht nach dem Geschmack von Bundestrainer Joachim Löw, der lieber mehr Trainingszeit statt Wettkampfstress hätte. Deshalb holte er einen großen Kader und gibt im Test gegen die Türkei am Mittwoch acht viel beanspruchten Profis um Kapitän Manuel Neuer und Toni Kroos noch eine Ruhepause. Die sollen fit sein für die Nations-League-Spiele in der Ukraine am Samstag und drei Tage später gegen die Schweiz. Denn: Der erste Sieg in dem Wettbewerb soll unbedingt her. Kompliziert macht die Länderspiel-Zeit weiter die Corona-Krise. Das DFB-Team bewegt sich in der sogenannten Blase. Eine behördlich angeordnete Quarantäne nach der Rückkehr aus Kiew steht aber nicht an.

EM-QUALIFIKATION: Die deutsche Nationalmannschaft erhält diese Woche etwas mehr Aufschluss über ihren letzten Vorrundengegner bei der ins Jahr 2021 verlegten Europameisterschaft. Portugal und Frankreich stehen bereits fest, der letzte Kontrahent für die Gruppenphase in München wird in Qualifikations-Playoffs ermittelt. Insgesamt sieben Optionen gibt es dafür noch. Der Gegner kommt aus den Playoff-Pfaden A oder D, dabei werden am Donnerstag die Halbfinals bestritten. Als einziges der acht Teams ist Rumänien ausgeschlossen. Endgültige Klarheit besteht aber erst im kommenden Länderspielfenster, wenn im November die Playoff-Finals stattfinden.

NATIONS LEAGUE: Am dritten Spieltag der Nations League treffen am Sonntag in Paris mit Frankreich und Portugal Welt- und Europameister aufeinander. In der Neuauflage des EM-Finals 2016 geht es um die Tabellenführung in Gruppe 3 der Liga A: Die Teams um die Stars Kylian Mbappé und Cristiano Ronaldo gewannen jeweils ihre ersten beiden Spiele gegen Schweden und Kroatien. Im Topspiel der Gruppe 2 der Liga A kann sich England bei Belgien für die 0:2-Niederlage im Spiel um Platz 3 bei der WM 2018 revanchieren. Die Belgier kommen am Sonntag aber mit einer Serie von zwölf Siegen in Folge ins Wembley-Stadion. Bei England könnte Dominic Calvert-Lewin, der mit sechs Toren in vier Premier-League-Spielen für einen Traumstart des FC Everton gesorgt hat, zu seinem Pflichtspiel-Debüt kommen. Auch Dortmunds Jadon Sancho steht im Kader. Ebenfalls am Sonntag empfangen die Polen um Europas Fußballer des Jahres, Robert Lewandowski, Italien zum Spitzenspiel der Gruppe 1 der Liga A.

U21: Für die Nachwuchs-Auswahl von Trainer Stefan Kuntz geht es beim anstehenden Länderspiel-Doppelpack um die letzte Chance auf das angestrebte EM-Ticket. Aus den beiden Qualifikationsspielen gegen Moldau am Freitag (18.15 Uhr) und vier Tage später in Fürth gegen Bosnien-Herzegowina (18.15 Uhr) braucht die DFB-Elf unbedingt sechs Punkte. Nach zwei Niederlagen gegen Belgien liegt die deutsche Auswahl in ihrer Quali-Gruppe für das Turnier im kommenden Jahr nur noch auf Rang zwei. Die neun Gruppensieger sowie die fünf besten Zweiten sind 2021 bei der Endrunde in Ungarn und Slowenien dabei.

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