Das zum Teil extreme Wetter des laufenden Jahres war ein Thema auf der Bezirksversammlung Börde des Spezialversicherers Vereinigte Hagel im Halberstädter Hotel Villa Heine.

Halberstadt. Bezirksdirektor Peter Schemmel zog Bilanz : Klirrende Kälte zum Jahresbeginn, eine lang andauernde Schneeperiode, bis auf den April ein sehr kühles Frühjahr mit extremer Nässe im Mai, Tropen hitze von Ende Juni bis Ende Juli und danach Dauerregen. " Dieses Jahr war eine Belastungsprobe für die Landwirtschaft. Getreide- und Raps flächen winterten aus. Zahlreiche Ackerkulturen fi elen dem Hochwasser zum Opfer. Trockenheit und Hitzewellen drückten die Erträge. Der regenreichste August seit Beginn der Wetteraufzeichnung ließ das Getreide auswachsen ", erinnerte Schemmel.

Nahezu 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfl äche in Sachsen-Anhalt sind über diesen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit vor Schäden abgesichert. " In diesem Jahr gab es einen für die Region erfreulichen Schadensverlauf ", so Schemmel. Während die Schadensquote insgesamt 64 Prozent des Beitragsaufkommens betrug, waren es in Sachsen-Anhalt nur 13 Prozent. Zwischen Halberstadt, Deren burg und Wernigerode gab es Ende Juli einen gravierenden Hagelschaden bei Getreide.

Der Rhodener Ulrich Köhler ist für den Versicherungsbereich zwischen Harz und Autobahn 2 zuständig. " Alle drei bis vier Jahre müssen wir mit einem Großschaden auch bei uns rechnen ", so Köhler. Da sei es gut, dass es inzwischen über die Gesellschaft einen europaweiten Verbund gibt, der Landwirte vor fi nanziellen Problemen schützt. " Wir sind eine Mitgliederverei nigung, die in Halberstadt Rechenschaft ablegen muss ", sagte Köhler. Seit 1990 betreut er die Region, hilft aber auch bei Großschäden in anderen Regionen aus. Dass es in Sachsen-Anhalt in Sachen Hagelver sicherung keine größeren Probleme gibt, bestätigte auch Bezirksvereinsvorsitzender Joachim Becker aus Langeln. Der Geschäftsführer der dortigen Agrargenossenschaft wurde 2006 in die Funktion gewählt, um die Interessen der Landwirte zu vertreten.

Schaden kann

Existenz bedrohen

Ein Hagelschaden kann für einen Betrieb existenzbedrohend sein. Das wurde während der Veranstaltung erneut betont. " Auf sieben gute Jahre folgen auch mal sieben schlechte Jahre ", weiß der Bezirksdirektor. Deshalb sei man froh, in diesem Jahr die Rücklagen stärken zu können. Fast ein Viertel der Versicherungsprämien kommen heute schon aus dem europäischen Ausland. Dort kann die Extreme noch höher sein. Durch das internationale Wachstum sieht sich die Gesellschaft gut für die Zukunft gerüstet.

Bei dem Treffen in Halberstadt wurden zwei neue Schadens schätzer berufen. Fachberater Sven Böse informierte über die Perspektiven der Qualitätsweizenproduk tion in Sachsen-Anhalt.