Frankfurt/Main l Wutreden im Fußball sind eine Seltenheit. Über sie wird gern und ausführlich berichtet, weil es sie so etwas wie die kleinen, ehrlichen Momente im sonst so aalglatten, von Phrasen übersäten Fußballgeschäft sind. Nach der "Flasche leer"-Wutrede von Giovanni Trapattoni, Rudi Völlers Attacke gegen "Wießbier-Waldi", alias Waldemar Hartmann, hat nun auch der Ex-Magdeburger Jan Löhmannsröben sein ganz persönliches Lesezeichen in der Kategorie "Wutrede" geparkt.

Nach dem Drittliga-Spiel zwischen dem FSV Zwickau und Löhmannsröbens 1. FC Kaiserslautern redete sich der Fußballer im anschließenden Interview den Frust über eine Schiedrichterentscheidung kurz vor Ende der Partie von der Seele. Der 27-Jährige hatte im Interview der Telekom unter anderem gesagt: "Wenn das ein Schiri ist, weiß ich nicht, Digga, dann soll der Cornflakes zählen gehen." Streitpunkt war ein Elfmeter für Zwickau in der Nachspielzeit, bei dem Löhmannsröben den Ball zwar mit der Hand gespielt hatte, davor aber selbst mit dem Ellbogen getroffen wird. "Ja, wenn das kein Foulspiel ist, ja leck mich am Arsch, Alter. Wie kann man das nicht sehen?", sagte Löhmannsröben. Schiedsrichter Markus Wollenweber solle nun erst einmal Kreisliga pfeifen "und mal die Augen aufmachen". Zwar entschuldigte sich der 27-Jährige anschließend für seine Wortwahl, dennoch ermittelt der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes gegen den Fußballer.

So unschön die Schlagzeilen für Löhmannsröben auch waren, desto kreativer war der anschließende Protest der Fans. Ein FCK-Fan rief bei Facebook zum Protest auf und forderte dazu auf, so viele Cornflakes-Packungen wie möglich an die DFB-Zentrale nach Frankfurt zu senden. Gesagt, getan. Nicht nur die Fans der "Roten Teufel", auch andere Fußball-Anhänger in Deutschland beteiligten sich an der Protestaktion und überschütteten die DFB-Zentrale mit Cornflakes-Packungen.