Champions League Schmitt soll's richten: Eintracht hofft auf Wende in Baku
Eintracht-Idol Alexander Meier und der bisherige U21-Coach Dennis Schmitt sollen Frankfurt wieder auf die Beine bringen. Die Trainersuche läuft derweil weiter am Main.

Frankfurt/Main - Von der Hessenliga gleich auf die Champions-League-Bühne - Dennis Schmitt hat als Interimscoach von Eintracht Frankfurt allerdings keine Zeit, das groß zu genießen. „Es ist ein Traum so ein Spiel begleiten dürfen, ich habe da riesig Bock drauf. Wir werden da viel positive Energie mit rein geben“, sagte der 32-Jährige. Vor lauter Trainingsarbeit kam der bisherige U21-Trainer des Bundesligisten eine halbe Stunde zu spät zu seiner ersten Pressekonferenz vor dem Abflug nach Baku.
Schmitt gab sich überaus optimistisch, dass seine ersten Trainingseinheiten fruchten. „Weil wir morgen eine Riesen-Riesen-Chance haben, uns ein Endspiel nächste Woche zu Hause zu erarbeiten. Und da brennen die Jungs drauf“, sagte der gebürtige Aschaffenburger vor der Partie am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) bei Karabach Agdam in Aserbaidschan.
Nach bisher nur vier Punkten aus sechs Spielen muss die Eintracht unbedingt auswärts und die letzte Partie der Ligaphase gegen Tottenham Hotspur am 28. Januar gewinnen, um noch eine Chance aufs Weiterkommen zu haben.
Rose als möglicher Toppmöller-Nachfolger
Währenddessen läuft in Frankfurt im Hintergrund weiter die Suche nach einem Nachfolger von Dino Toppmöller, von dem sich die Hessen am Sonntag getrennt hatten. Immer mehr in den Fokus gerät dabei Marco Rose. Der frühere Bundesliga-Trainer von Mönchengladbach, Dortmund und Leipzig müsste allerdings seinen Vertrag bei RB (bis Saisonende) auflösen - das heißt: Leipzig würde für den 49-Jährigen, der vergangenen März gehen musste, eine Ablöse verlangen. Die könnte bei etwa einer Million Euro liegen.
Schmitt gilt nur als Übergangslösung. „Er ist ein sehr talentierter Trainer“, lobte Markus Krösche den gebürtigen Aschaffenburger. „Alle sind in der Pflicht“, sagte der Sportvorstand nach turbulenten Tagen am Main und macht klar, dass er gerade die Spieler meint: „Sie wissen, um was es geht.“
Die Frankfurter setzen in der so wichtigen Woche - am Samstag geht es in der Bundesliga gegen die TSG 1899 Hoffenheim - auch auf Alexander Meier. Die Club-Legende ist ebenso wie Jan Fießer Schmitts Assistent.
Meier mit guten Erinnerungen
Der frühere Torjäger soll auch so etwas wie ein Glücksbringer für den Tabellen-30. der Königsklasse sein: Meier erzielte 2013 in den Play-offs der Europa League beide Tore zum 2:0 bei Karabach Agdam und einen Treffer beim 2:1 im Rückspiel, als die Frankfurter in die Gruppenphase einzogen.
Die zuletzt vor allem in der Defensive schwächelnden Frankfurter haben vor der Königsklassen-Partie kaum Optionen in der Offensive: Die Winter-Neuzugänge Arnaud Kalimuendo und Ayoube Amaimouni-Echghouyab kann Schmitt nicht einsetzen, da sie erst bei einem Weiterkommen international spielberechtigt wären. Das gilt auch für den ohnehin verletzten Younes Ebnoutalib. Die Angreifer Jonathan Burkardt und Michy Batshuayi fehlen wegen ihrer langwierigen Blessuren weiterhin.
Nach nur einem Sieg in den letzten neun Pflichtspielen (1:0 gegen Augsburg) und einem turbulenten Wochenende sieht Schmitt im Training schon „große Fortschritte“ und „viel Qualität“ bei den Eintracht-Profis: „Sie haben gelächelt, sie haben Überzeugung gezeigt.“
„Ein bisschen zu verkopft“
Kapitän Robin Koch, der wie viele Stammspieler zuletzt in einem Formtief steckte, erklärte: „Natürlich wird sich von heute auf morgen nicht alles um 180 Grad drehen. Für uns gilt's nach vorn zu schauen, wir haben nicht viel Zeit nachzudenken.“ Einen Blick warf der Nationalspieler dann doch noch zurück, als er sich bei der Pressekonferenz im Namen der Mannschaft bei Toppmöller bedankte, aber auch sagte: „Ein bisschen zu verkopft“ sei die Eintracht zuletzt unterwegs gewesen. „Auf dem Platz hat es sich so angefühlt, dass wir zu viel alleine unterwegs sind und zu wenig als Team.“