Leichtathletik

Gemischte Gefühle bei SCM-Werfer

Die Diskus-Hünen des SC Magdeburg sehen der deutschen Meisterschaft mit gemischten Gefühlen entgegen.

Magdeburg l David Wrobel hat eine ganz eigene Formel aufgestellt: „Zur Leichtathletik gehört der Lauf genauso dazu wie der Ball zum Fußball.“

David Wrobel ist Diskuswerfer des SC Magdeburg. Er würde selbst während einer Veranstaltung mit allen Disziplinen nur beiläufig das Geschehen auf der Tartanbahn zur Kenntnis nehmen. Nun hat aber der deutsche Verband (DLV) seinen Plan von der deutschen Meisterschaft fertiggestellt – und die Laufdisziplinen gehören gar nicht dazu. Und da sinnierte der 29-Jährige zu Recht: „Wenn Fußballer in der Freistoßmauer, im Zweikampf oder beim Jubel den Körperkontakt pflegen dürfen, verstehe ich nicht, warum es bei Läufern anders sein sollte ...“

Die Absage an alle Mittel- und Langstreckler sowie Staffeln wegen der Corona-Pandemie (Sprints bis 400 Meter Hürden werden ausgetragen) kam also überraschend, der Termin für die Titelkämpfe indes nicht: Am 8. und 9. August werden die Meister in den technischen Disziplinen im Braunschweiger Eintracht-Stadion ermittelt. Gesa Krause, die deutsche Rekordhalterin über die 3000 Meter Hindernis, reagierte zunächst „sprachlos“ auf diese Entscheidung. Später sagte sie: „Das kann ich in keinem Sinne befürworten.“ Und die beste Sprinterin Gina Lückenkämper ist sich sicher: „Das wird doch so keine deutsche Meisterschaft.“

Wird es nun doch. Ob ohne Zuschauer oder zumindest mit einer begrenzten Zahl von Fans, das ist noch die einzige Frage. Wie Krause meldete sich auch der DLV auf „Instagram“ und erklärte, dass die behördlichen Auflagen derzeit eine Veranstaltung mit allen Disziplinen nicht zulassen würden. Und: „Wir verstehen die Enttäuschung darüber.“

Die Magdeburger sind nun nicht enttäuscht darüber, dass der Verband an seinen Ersatztermin für die Anfang Juni geplanten Titelkämpfe festhält. „Ich finde es gut, dass die Verantwortlichen daran festhalten und auch ohne Zuschauer eine Meisterschaft ermöglichen“, sagte Wrobel. Sein Teamgefährte Martin Wierig sprach indes „von gemischen Gefühlen“. Der 31-Jährige findet es „auf der einen Seite schön, dass die deutschen Meisterschaften stattfinden und dass man nun einen festen Termin hat, auf den man hintrainieren kann“. Aber andererseits „wird es ohne Zuschauer nicht dasselbe sein“.

Für Wrobel und Wierig ist es der Hauptwettkampf in diesem Jahr. Aber gerade Wierig will nach den jüngsten „Wehwehchen“ auch dafür nichts riskieren: „Meinem Rücken geht es etwas besser. Es ist keine schwerer Verletzung, jedoch hält sich die Blockierung hartnäckiger, als ich gedacht habe“, erklärte der amtierende Meister zum aktuellen Gesundheitszustand: „Ich hoffe aber, dass ich in den kommenden Tagen in vollem Umfang trainieren kann.“