Magdeburg l Am vergangenen Sonntag ein letztes Mal in der Getec-Arena spielen und am nächsten Wochenende beim Final Four um den DHB-Pokal auflaufen – für Lemgos Christoph Theuerkauf sollten es zum Abschluss seiner aktiven Laufbahn noch einmal richtige Handball-Feiertage sein. Doch der Coronavirus hat auch das zunichte gemacht. Was den gebürtigen Magdeburger allerdings kaum interessiert.

Theuerkauf denkt nur an die Gesundheit

Theuerkauf: „So sehr ich den Handball auch liebe, aber das ist aktuell wirklich totale Nebensache. Wichtig ist nur, dass die Welt und die Menschheit anständig aus dieser Nummer kommt. Neben der Gesundheit gilt das auch für die wirtschaftlichen Existenzen. Ich habe viele Selbstständige in meinem Bekanntenkreis und weiß deshalb, was es dort jetzt für gravierende Probleme gibt. Da geht es um Existenzen. Und dagegen ist es völlig unwichtig, dass jetzt einige Highlights auf der Handball-Platte ausgefallen sind.“

Sohn Pepe sorgt für Abwechslung

Wie alle Handball-Profis sitzt der 35-Jährige auch zu Hause und hält sich dort so gut es geht fit. Theuerkauf: „Ich bin inzwischen fast zwei Wochen zu Hause. Aber langweilig wird mir allein schon durch unseren Sohn Pepe nicht. Der ist jetzt zwei Jahre alt und voller Energie. Aber wir haben zum Glück einen Garten am Haus und dort auch einen Sandkasten. Da fällt uns genug ein, um uns zu beschäftigen. Und durch den Kleinen habe ich am Tag auch immer mal ein Lächeln im Gesicht.“ Der Name des Filius ist übrigens auf Pepe Nietnagel aus der Filmreihe „Die Lümmel von der ersten Bank“ zurückzuführen. Theuerkauf: „Dort war Pepe ein Paukerschreck. Und ähnlich aufgeweckt ist unser Sohnemann auch.“

SCM-Spiel und Final Four verlegt

Ein Lächeln im Gesicht wollte sich Theuerkauf eigentlich mit seinem Verein beim Handball verschaffen. „Wir haben im Jahr 2020 kein Spiel verloren und waren richtig gut drauf. Deshalb hätten wir uns auch im Spiel beim SCM etwas ausgerechnet. Und zum Final Four wären wir ebenfalls nicht nur hingefahren, um bei diesem Highlight lediglich mal wieder dabei zu sein. Obwohl im Halbfinale der THW Kiel gewartet hätte, wären wir mit unserem derzeitigen Lauf nicht chancenlos gewesen“, sagt Theuerkauf natürlich auch mit ein bisschen Wehmut in der Stimme.

Für das Final-Four-Turnier hatte der Kreisläufer sogar eine Loge organisiert. Theuerkauf: „Ich hatte meine Eltern, Schwiegereltern und viele langjährige Freunde eingeladen. Auch die Hotelzimmer waren schon gebucht.“

Letztes Bundesligaspiel am 5. März?

Wenn das zunächst in den Juni verlegte Final Four komplett abgesagt und auch die Bundesliga nicht mehr angepfiffen wird, dann hätte Theuerkauf seine aktive Karriere nach 18 Jahren als Bundesliga-Profi schon am 5. März beendet. Und da wäre beim Sieg gegen Nordhorn sein Treffer zum zwischenzeitlichen 22:17 in der 42. Minute sein letztes Bundesliga-Tor gewesen.

Karriere-Ende mit Hintertür

Es gibt aber noch eine Hintertür, um selbst bei einer abgebrochenen Saison den bisher 486 Bundesliga-Spielen, davon 202 für den SCM, und 1380 Toren, davon 596 für den SCM, noch einige folgen zu lassen. Theuerkauf: „Ich wechsele zur neuen Saison in die Geschäftsstelle und übernehme da Aufgaben im Marketing und Vertrieb. Vereinbart ist aber auch, dass ich als Spieler auf Standby bleibe, falls in der 2. Mannschaft oder auch bei den Profis Bedarf ist. Allerdings hoffe ich, dass ich nicht allzu oft gebraucht werde, weil das ja immer damit verbunden wäre, dass jemand verletzt ist.“