Spieler, Trainer, Verantwortliche, Fans und Zuschauer – überall wohin man am Mittwochabend in der Bördelandhalle schaute, überall blickte man in zufriedene Gesichter. Der aufgrund einer starken Schlussoffensive sichergestellte 34:29-Heimsieg des SCM über die SG Flensburg-Handewitt rückte das zwischenzeitlich ein wenig verschobene Bild wieder gerade: Der SCM hat in der Liga wieder eine Hausnummer: Vor allem daheim.

Magdeburg. "Ich bin absolut zufrieden mit diesem Abschluss, das war Werbung für den Magdeburger Handball. Und ganz ehrlich, ich würde das hier heute nicht gegen einen Sieg bei den Füchsen eintauschen wollen", krächzte SCM-Präsident Dirk Roswandowicz, der sich beim Anfeuern heiser geschrien hatte. "Sonst bin ich ja eher ruhig, aber heute hat mich die super Stimmung in der Halle voll mitgerissen. Ich freue mich aber auch für die Zuschauer, denn es war ja nach Jahren mal wieder ausverkauft. So konnten viele, die sonst nicht oder nicht mehr zum Handball gehen, miterleben, dass es sich lohnt, diese Mannschaft zu unterstützen."

Manager Mark Schmedt wusste die kämpferisch starke Vorstellung des Tabellensiebten noch aus einem anderen Grund zu schätzen, denn nicht immer war es dem SCM in der Hinserie vergönnt, bei Live-Übertragungen durch Sport1 zu glänzen: "Jetzt haben endlich auch die Zuschauer vor dem Bildschirm gesehen, dass die Magdeburger Handball spielen und eine enge Partie auch gewinnen können."

Die Erleichterung, nach zwei weniger erfolgreichen Abschlüssen in Berlin und Kassel nun den Sieg diesmal problemlos über die Ziellinie gezogen zu haben, war aber auch und vor allem den Spielern anzusehen. Stellvertretend für seine Mitspieler erklärte SCM-Abwehr-Recke Kjell Landsberg, bevor man den Abend gemeinsam mit den Spielerfrauen und dem Trainer in einem Steakhaus ausklingen ließ: "Dass wir das Ding, nachdem es zweimal hintereinander nicht richtig geklappt hat, heute noch in trockene Tücher gebracht haben, war ganz, ganz wichtig. So können wir den Gesamteindruck wieder ins Positive kehren und uns wirklich mit einem guten Gewissen in die WM-Pause verabschieden."

Allen voran wusste natürlich Trainer Frank Carstens den Kraftakt seiner Jungs, die im siebten Spiel des Monats Dezember noch einmal alle Reserven zusammengekratzt hatten, zu schätzen. Nur so war es den Gastgebern möglich, den "Hasenhandball", womit Carstens das ständige Hin und Her – inklusive wechselnder Führungen – bis zur 45. Minute meinte, mit einem Erfolgserlebnis abzuschließen. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und stolz, Trainer dieser Mannschaft sein zu können." Und als kleines Dankeschön schenkte der Trainer seinen Spielern noch einen Urlaubstag zusätzlich. So startet beim SCM die Vorbereitung auf die Rückrunde nunmehr am 11. Januar 2011 – allerdings ohne die beiden Nationalspieler Robert Weber und Bartosz Jurecki, die bei der WM im Einsatz sind.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat dagegen der in der 37. Minute eingewechselte und vom Trainer in den höchsten Tönen als "Matchwinner" gelobte SCM-Keeper Dario Quenstedt die Partie erlebt: "Vor ausverkauftem Haus als Held gefeiert zu werden, daran könnte man sich gewöhnen ..." Doch dazu wird es nicht kommen. Im Verein hat man sich bekanntlich gegen den Junioren-Weltmeister als Part zu Gerrie Eijlers entschieden. Wohin Quen-stedts Reise geht, ist noch offen.

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