Hamburg l Die Fans sangen noch schnell ein Ständchen für das Geburtstagskind Finn Lemke. 24 Jahre ist der 2,10 Meter-Hüne am Sonnabend geworden. Ein Tor hat er im Halbfinale des Pokal-Final-Four vor 13.200 Zuschauern in der Barclaycard Arena in Hamburg geworfen. Und mit einem 36:33 (29:29, 14:15)-Erfolg nach Verlängerung gegen den Bergischen HC ist er letztlich ins Endspiel eingezogen. Auch dank der zwölf Treffer, die allein Robert Weber erzielte. Gegner? "Ich habe keine Ahnung", sagte Lemke nach dem Kampf gegen den BHC. "Ich bin noch so im Tunnel nach dem Spiel." Die Antwort lautet: die SG Flensburg-Handewitt. Lemke: "Och schön, da freuen wir uns drauf."

Es ist also das finale Duell des Vorjahres. Und wie im Vorjahr hatte sich Flensburg auch diesmal gegen die Rhein-Neckar Löwen im Halbfinale durchgesetzt. Ebenfalls nach Verlängerung. Mit 31:30. "Ich glaube, dass wir schwer zu schlagen sein werden", sagte Bennet Wiegert, der Magdeburger Trainer. Er wollte nichts mehr vom EHF-Cup-Aus gegen Göppingen am vergangenen Mittwoch wissen. Er wollte damit erst recht nicht das Spiel seiner Mannschaft erklären. "Morgen ist das Ziel, und wichtig ist, dass die Mannschaft wieder Freude hat."

Flensburg ist geschwächt

Wichtig ist allerdings auch, "dass wir hier unsere erste Aufgabe erfüllt haben", so Wiegert. Der SCM ist allein mit dem Einzug ins Finale auch in der nächsten Saison wieder im EHF-Cup vertreten, weil der Finalgegner Flensburg sich seinen Champions-League-Platz bereits gesichert hat. Deshalb "bin ich entspannt", blickte Wiegert auf den Sonntag voraus. Wieder werden 13.000 Zuschauer erwartet. Wieder erwarten sich alle ein spannendes Duell. Wie im Vorjahr, als der SCM erst nach Siebenmeterwerfen mit 30:31 verlor, wie zuletzt in der Bundesliga, als der SCM in den Schlusssekunden noch zum 23:23 traf. Flensburg wird diesmal allerdings mit einem personellen Handicap antreten: Nach seiner Roten Karten aus dem Spiel gegen die Löwen ist Rasmus Lauge gesperrt.

Vor allem eines muss allerdings am Sonntag besser funktionieren, weiß auch Finn Lemke: "33 Gegentreffer gegen den BHC, das waren viel zu viel. Das können wir besser." Wenn außerdem noch ein Vorsprung wie das 19:15 gegen den BHC in der 35. Minute verteidigt werden kann bis zur Schlusssirene, dann ist auch gegen Flensburg ein Sieg möglich - und das 20 Jahre nach dem letzten Pokaltriumph.