Magdeburg l SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt eilte gestern von einer Sitzung und einem Telefonat zum nächsten. Denn die Auswirkungen des Corona-Virus treffen auch Magdeburgs Handballer hart. „Momentan geht es nicht mehr um sportliche Ziele, sondern um existenzielle Sachen. Wichtig ist aktuell, organisatorisch und wirtschaftlich die Saison zu Ende bringen zu können. Und auf Dauer ist mit 1000 Zuschauern ein Spielbetrieb in der Bundesliga nicht aufrecht zu erhalten. Die Situation ist deshalb extrem kritisch“, erklärte Schmedt. Wenn Spiele vor leeren Rängen oder reduzierten Zuschauerzahlen stattfinden müssen, fehlen den Clubs wichtige Einnahmen.

Zuschauereinnahmen wichtig

Um Zeit zu gewinnen, haben die Magdeburger bei der Handball Bundesliga (HBL) die Verlegung des auf den 22. März terminierten Heimspiels gegen Lemgo beantragt. Schmedt: „Wir hoffen, dass sich bis dahin die Situation beruhigt und es eine genaue Bewertung der Lage gibt.“ Problematisch ist auch, dass es noch keine einheitliche Regelung gibt. Inzwischen hat die HBL aber mitgeteilt, dass es am Montag eine außerordentliche Mitgliederversammlung gibt, um sich allgemein zu verständigen. Laut HBL-Chef Frank Bohmann werde man „unterschiedliche Szenarien durchspielen und entscheiden, wie wir reagieren. Die Klubs sind aus gutem Grund sehr angespannt“. Da im Handball die Zuschauereinnahmen rund ein Viertel des Saison-Etats ausmachen, sind Geisterspiele keine Option. Schmedt: „Ohne öffentliche Hilfen wird es da nicht gehen.“

Offen ist auch noch, ob das EHF-Cup-Spiel in Velenje am 18. März wie geplant stattfinden kann oder möglicherweise auch zum Geisterspiel wird. Schmedt: „Gleiches gilt für unser Heimspiel gegen Leon am 29. März. Dafür sind schon 5000 Tickets verkauft.“ Das macht eine hohe fünfstellige Summe aus, die der SCM fest eingeplant hat.

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