Köln/Magdeburg l Die Handballer des SC Magdeburg rackerten auch Dienstagvormittag wieder fleißig im Fitnessstudio „Life“. Beim Muskeltraining wurde natürlich auch über die WM diskutiert. Und die drei Spanier im Team können den letzten Spieltag der Hauptrunde kaum erwarten. Auch wenn zwischen Deutschland und Spanien die große Spannung raus ist, wird kein Team dieses Spiel abschenken.

Kreisläufer lädt Landsleute ein

„Auf das Halbfinale haben wir zwar keine Chance mehr. Aber jetzt geht es noch um ein Ticket für die Olympiaquali“, erklärte Ignacio „Nacho“ Plaza Jimenez. Der Kreisläufer lädt übrigens schon seit WM-Beginn seine Landsleute zum TV-Abend ein. Jimenez: „Nach dem Training fahren wir immer gleich zu mir und schauen uns dort die Spiele von Spanien und Deutschland an.“

Für das Duell am Mittwochabend will keiner einen echten Tipp abgeben. Juan de la Peña: „Ich gehe davon aus, dass beim deutschen Team kräftig rotiert wird, um Kräfte für das Halbfinale zu sparen. Da werden wir also hoffentlich unseren Teamkollegen Matze Musche oft auf der Platte sehen.“ Dass es für die Spanier im Idealfall nur noch um Rang fünf gehen kann, hängt vor allem mit dem letzten Gruppenspiel in der Vorrunde zusammen.

Zu viele Verletzte bei der WM

Carlos Molina: „Gegen Kroatien hatten wir einen richtig schlechten Tag.“ De la Peña: „Ob Abwehr oder Angriff. Da kamen wir überhaupt nicht richtig ins Spiel. Gegen Frankreich fehlte uns dagegen dann auch ein bisschen das Glück.“ Erstaunt sind die drei Spanier über die vielen Verletzungen bei der WM. Molina: „Weil wir in der Bundesliga sogar noch nach Weihnachten gespielt haben, hatten die Nationalspieler ja kaum Pause.“ Jimenez: „Und dann musst du bei der WM jeden zweiten Tag ran und kannst kaum wechseln, weil ja nur 16 Spieler zum Kader gehören. Das sind schon gewaltige Belastungen.“

Über den engen Spielplan hatten sich ja zuletzt schon die Isländer vehement beschwert. Die mussten übrigens gegen Spanien schon in der Vorrunde ran – und SCM-Torwarttrainer Tomas Svensson war dabei. Der 50-Jährige betreut nämlich auch Islands Keeper und kann vor den Iberern nur warnen. „Spanien ist eine Mannschaft mit einer unglaublich großen Erfahrung, und sie sind auf jeder Position gut besetzt, weltklasse überall. Die werden nicht nervös oder geraten unter Druck. Aber sie spielen unheimlich langsam.“

Die Gründe dafür sind Svensson auch ein Rätsel. „Zum Teil mag das daran liegen, dass die Spieler ein Stück älter geworden sind. Der Großteil ist ja um die 35 Jahre. Wenn Deutschland Fahrt aufnimmt, wird es für Spanien deshalb sehr schwer werden, das zu unterbinden.“

SCM-Torwarttrainer Svensson warnt vor Sterbik

Und alle Bälle können auch Torwartlegende Arpad Sterbik und seine Kollegen im Tor nicht halten. Weil Rodrigo Corrales von einer umstürzenden LED-Bande getroffen wurde, rutschte der 39-Jährige mit ins Team. Svensson: „Er ist sehr gut. 1999 standen wir uns das erste Mal gegenüber, da hat er bei der WM in Ägypten noch für Jugoslawien gespielt. Unglaublich, dass er immer noch dabei sein kann. Er könnte, wenn er warm geschossen wird, natürlich ein Faktor werden. Er fühlt sich jedenfalls gut. Und mit Gonzalo Perez Vargas hat Spanien einen weiteren Top-Torhüter in der Hinterhand, der mittlerweile bei Barcelona spielt.“

Auch Corrales hat seine Verletzung weitestgehend auskuriert und ist ebenfalls in der Lage, mit tollen Paraden das deutsche Team zu ärgern.

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