Magdeburg l Beim SC Magdeburg hätte man lieber darüber gesprochen, wie stolz man auf den Sieg gegen Montpellier ist oder warum es am Dienstagabend gegen das französische Top-Team nicht zum Sieg gereicht hat. Doch das Europacup-Spiel fiel aufgrund von Corona-Fällen beim Gegner aus. Und dass die Grün-Roten nach der Länderspielpause noch vor zumindest 2000 Fans spielen dürfen, ist nach dem gestrigen Bund-Länder-Treffen ausgeschlossen.

Im November drohen Geisterspiele

Wobei sich SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt noch an einen letzten Strohhalm klammert: „Maßgeblich ist für uns die aktuelle Verordnung von Sachsen-Anhalt. Und ob sich daran nach dem Bund-Länder-Treffen für uns etwas ändert, müssen wir abwarten und dann entsprechend reagieren.“ Die Handball-Bundesliga (HBL) hat sich dagegen mit dem von der Politik ausgesprochenen Zuschauerverbot schon arrangiert. Zwangsläufig. „Wir haben uns entschieden, dennoch bis mindestens Weihnachten weiterzuspielen“, teilt HBL-Boss Frank Bohmann mit.

Das Corona-Thema ist somit ständig präsent – obwohl es bisher innerhalb der Mannschaft des SCM keine positiven Testergebnisse gab. Dennoch: Die immer neueren Schlagzeilen rund um die Epidemie werden die Spieler auch vor der Partie in Coburg am Sonntag (16 Uhr, Sky) beschäftigen.

Kein kompletter Fokus auf den Handball

„Die Spieler haben Familie und viele davon auch noch kleine Kinder. Da macht sich jeder verständlicherweise große Sorgen, wenn er unterwegs ist, und ist nicht wie gewohnt vor Spielen nur auf den Handball fokussiert“, berichtet Trainer Bennet Wiegert. Bei der Videobesprechung vor dem Spiel gegen den TVB Stuttgart saß die Mannschaft sogar mit Mundschutz da, weil die erforderlichen Testergebnisse nicht rechtzeitig vorlagen. Wiegert: „Auch dafür habe ich volles Verständnis. Denn es gibt derzeit wichtigere Fälle als die Testungen von Handballern.“

Mit Fragezeichen nach Coburg

Alles aber Dinge, die im Hinterkopf fest verankert sind. Und möglicherweise sind die überraschenden Ergebnisse in der Bundesliga auch darauf zurückzuführen. Dass der SCM beispielsweise bei der Niederlage gegen Stuttgart allein in der ersten Halbzeit 14 Fehlwürfe hatte, ist angesichts der Qualität in dieser Mannschaft definitiv nicht normal. Wiegert: „Ich konnte die Nacht danach kaum schlafen und habe mir das Spiel gleich noch mal genau angeschaut. Wir haben uns die ganzen Chancen ja super herausgespielt. Nur bekamen wir die Bälle nicht ins Tor. Und bei aller Klasse von Jogi Bitter darf uns das in dieser Häufigkeit nicht passieren.“

Dass in Coburg trotz Corona-Sorgen ein Sieg her muss, ist klar. Aber jetzt wird der SCM auch noch von Verletzungen geplagt. Jannick Green hat Probleme am Knie und Lukas Mertens an der Hüfte. Hinter Daniel Pettersson und Tim Hornke stehen ebenfalls Fragezeichen.