Magdeburg l Endlich wieder einen Ball in der Hand. Als nach dem Warmmachen gestern Vormittag in der Getec-Arena die weißen Sportgeräte verteilt wurden, wirkten die SCM-Handballer fast wie kleine Kinder beim Auspacken ihrer Weihnachtsgeschenke. Über drei Monate lange haben sich die Grün-Roten nur individuell fit halten können. Doch nun war man wieder auf der Platte vereint. Entsprechend groß war die Freude. Und die ersten Bälle nahmen die Spieler fast schon eher behutsam wie rohe Eier in Empfang.

Große Freude auf den Ball

„Es war richtig schön, die Jungs alle mal wieder zu sehen und einen Ball in der Hand zu haben“, sagte Kapitän Christian O‘Sullivan nach der Trainingseinheit. Wie angekündigt hatte Trainer Bennet Wiegert eher den Schongang eingelegt. Nach einem ausgiebigen Warmmachen wurden die Bälle auch nur ganz locker hin - und hergeworfen. Viel Spaß gab es danach vor allem im „Eck“, als zwei Spieler versuchen mussten, an die Bälle zu kommen, die sich vier andere hoch zuwarfen. „Ich bin mal gespannt, wie sich der eine oder andere am nächsten Tag fühlt, welche Muskeln sich da jetzt melden“, sagte Wiegert und hofft: „Ich möchte, dass damit auch jeder ehrlich umgeht und mir sagt, wenn es irgendwo zwickt.“

Neuzugänge alle dabei

Mit dabei waren auch alle drei Neuzugänge. Der Norweger Magnus Gullerud kommt aus Minden nach Magdeburg. Mit Omar Ingi Magnusson und Gisli Kristjansson hat der SCM jetzt gleich zwei Isländer in seinen Reihen. Bei Kristjansson, dem früheren Kieler, ist die Schulter-Operation so gut verlaufen, dass er sogar schon wieder Bälle werfen konnte.

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Pettersson noch in Quarantäne

Dafür fehlten Marko Bezjak und Daniel Pettersson. „Bezo“ absolviert nach seiner Schulter-Operation noch Reha-Training. Und Pettersson befindet sich in Quarantäne. Der Schwede konnte wegen eines Trauerfalls in der Familie erst verspätet nach Magdeburg reisen. Und weil vonseiten der Behörden nach der Einreise aus Schweden eine zweiwöchige Quarantäne vorgesehen ist, ist Pettersson erst ab Mittwoch dabei. „Als wir unser Konzept erstellt haben, gab es noch viel strengere Auflagen als jetzt. Aber wir halten uns trotzdem an die aufgestellten Regeln, wozu auch eine regelmäßige Testung der Spieler gehört“, so Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt, der auch vorschriftsmäßig einen Mundschutz trug.

Spieler und Trainer durften sich natürlich ohne Mundschutz auf der Platte bewegen. Wiegert: „Schön, dass wir wieder ins Training einsteigen können. Rundum glücklich bin ich aber erst, wenn wir hier auch wieder spielen können und die Halle dabei auch voller Zuschauer ist.“ Geplant ist der Saisonbeginn bekanntlich für den 1. Oktober. In den knapp drei Monaten kann also auch viel passieren.

Ob Rückfall zu strengeren Regeln oder weiter Lockerungen – da ist alles möglich. Wiegert: „Keiner kann heute genau sagen, was in einigen Wochen ist. Das macht die Situation auch entsprechend schwieriger.“ Denn geplant werden muss ja trotzdem.

Testspiele mit Zuschauern

Und dieser Plan sieht im August auch schon die einen oder anderen Freundschaftsspiele mit Zuschauern in der Halle vor. Laut der neuen Verordnung in SachsenAnhalt sind in geschlossenen Räumen bis zu 250 Zuschauer erlaubt und ab Ende August sogar wieder bis zu 500. Schmedt: „Um für den Saisonstart alle Eventualitäten geklärt zu haben, wollen wir das Hygienekonzept betreffs Zuschauern schon vorher testen und umsetzen. Darum werden wir unsere Testspiele in der Getec-Arena austragen.“ Aber da müssen sich die Fans noch einige Wochen gedulden. Denn erst einmal müssen die Spieler auch wieder richtig hart werfen können.