Magdeburg l Ein Versuch, ein Treffer. Aber so, wie der glückliche SCM-Fan Martin in der Halbzeitpause den Ball mit einem Kunstwurf versenkte und am Abend in der Getec Arena 250 Euro gewann, so zielsicher waren die SCM-Profis beim 38:26 (17:12) gegen Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten lange Zeit nicht, auch wenn es in der zweiten Halbzeit am Ende doch ein Schützenfest für den SCM wurde.

„Es ist ein gutes Gefühl, so gestartet zu sein“, urteilte SCM-Coach Bennet Wiegert nach dem Spiel bei Sky. „Aber wir tun gut daran, den Dom in Magdeburg zu lassen, auch wenn die Euphorie durch die Decke gehen sollte.“

Mit einem Riesen-Applaus hatten die 5922 Zuschauer zuvor jeden ihrer Spieler förmlich auf die Platte schweben lassen. Besonders gefeiert wurde Christian O‘Sullivan, weil der Kapitän auch noch seinen 28.  Geburtstag feierte. Und wie es sich im Handball gehört, wurden mit Juan de la Pena und Benjamin Meschke auch die zwei Ex-Magdeburger bei den Gästen freundlich begrüßt.

Doch die ganz große Partystimmung war durch den Spielverlauf in den ersten Minuten erst einmal dahin. Denn nach drei Minuten hieß es 3:0 für Balingen, weil auch die Magdeburger auf der Platte sehr gastfreundlich waren und erst einmal Bälle am gegnerischen Kreis verschenkten. Dass ausgerechnet Matthias Musche dabei auch noch einen Siebenmeter verwarf, sagte alles über die Anfangsnervosität der Grün-Roten. „Auftaktspiele einer neuen Saison sind immer ganz speziell. Da muss man hochkonzentriert sein“, hatte SCM-Torwart Jannick Green extra noch gewarnt.

Doppelpack

Aber Musche und Marko Bezjak mit einem Doppelpack hatten nach sieben Minuten auf 3:3 gestellt. Und beim 4:4 durch Christoph Steinert (8.) lief erstmals auch das Passspiel vor dem Balinger Tor perfekt. Daniel Pettersson behielt dann in der zwölften Minute die Nerven am Siebenmeterpunkt und netzte beim 6:5 zur ersten Führung des SCM ein. Sehr zur Freude von Trainer Wiegert. „Was mich beeindruckt hat, ist, dass wir nicht gut gestartet sind, aber nicht hektisch geworden sind und solide weiter gearbeitet haben“, lobte der Coach.

Bedanken konnten sich die Magdeburger dabei vor allem bei Green. Was der Däne im SCM-Tor in der ersten Halbzeit an Paraden zeigte, war wirklich weltmeisterreif.

Trotzdem gab der Aufsteiger aus Balingen nicht auf und machte es dem SCM schwerer als erwartet. Erst nach 20 Minuten schafften die Magdeburger durch Pettersson per Siebenmeter erstmals eine Zwei-Tore-Führung (10:8).

Richtig Ruhe und Sicherheit gab das aber immer noch nicht. Erst sechs Minuten vor der Pause holten die Gastgeber durch Tore von Michael Damgaard und Pettersson zum 14:10 ihre Fans wieder so richtig von den Sitzen. Und während das Magdeburger Lied auf den Rängen erklang, zeigten sich die Spieler in den grün-roten Trikots endlich treffsicher und gingen mit einer 17:12-Führung in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel durfte sich dann auch Rückkehrer Tim Hornke auf Rechtsaußen beweisen. Und auch ihm überließ Musche den Ball am Siebenmeterpunkt, was Hornke zum 18:12 nutzte. Er war trotz nur 30 Minuten Einsatzzeit am Ende mit sieben Toren bester SCM-Werfer.

Weitere Artikel zum SC Magdeburg finden Sie hier.