Magdeburg l Gerade einmal auf Rang 13 liegt der Magdeburger Halbfinal-Gegner TSV Hannover-Burgdorf in der Liga. Doch das Team ist gespickt mit herausragenden Handballern. Wie Fabian Böhm. Ausgebildet beim SC Magdeburg, gehört der 29-Jährige auch in der Nationalmannschaft zu den wichtigen Stützen. Im Interview spricht er über das bevorstehende Final Four in Hamburg.

Volksstimme: Herr Böhm, Sie waren bei der WM einer der Leistungsträger im DHB-Team, Ihr Teamkollege Kai Häfner wurde nachnominiert, Morten Olsen ist sogar Weltmeister mit Dänemark. Wie kann Hannover dann in der Bundesliga aktuell nur auf Rang 13 stehen?
Fabian Böhm:
Wir sind definitiv stärker als unser Tabellenplatz und werden da auch noch ein paar Plätze nach oben klettern. Am Saisonbeginn hatten wir aber zwei, drei Spiele unglücklich verloren. Dann kamen Verletzungen hinzu. So waren wir plötzlich in einem Abwärtsstrudel. Und am letzten Wochenende lag bei der Niederlage gegen Wetzlar unser Fokus schon etwas auf dem Final Four.

Wo wahrscheinlich schon ein Sieg im Halbfinale gegen den SCM das erneute Ticket für den EHF-Cup bedeuten würde. Hannover könnte also in Hamburg die Saison retten.
Saison retten klingt ein bisschen übertrieben. Schließlich sind wir ja auch noch im EHF-Cup dabei. Aber klar, der DHB-Pokal ist der kürzeste Weg in den internationalen Wettbewerb. Doch wenn man in Hamburg ist, dann will man auch das Turnier gewinnen. Auch wenn Magdeburg gegen uns und die Kieler gegen die Füchse als Favoriten in die Halbfinals gehen.

Sie waren letztes Jahr schon mit Ihrer Mannschaft in Hamburg dabei und haben im Finale gegen die Rhein-Neckar Löwen verloren. Was ist das Besondere am Final Four?
Ich kenne die Halle ja auch durch das Halbfinale bei der WM. Das ist eine tolle Arena, in der Handball richtig Spaß macht. Dass beim Final Four gleich vier Fangruppierungen in den Ecken sitzen, macht dieses Turnier ganz besonders. Wir haben zwar letztes Jahr das Finale verloren, aber die anderen Jahre haben gezeigt, dass beim Final Four immer alles passieren kann und nicht automatisch der Favorit am Ende auch gewinnt.

Trotzdem ist der SCM Favorit im Halbfinale. Warum?
Wenn der SCM zu seinen Tempo-Toren kommt oder über die zweite Welle trifft, dann sind sie aus meiner Sicht sogar weltweit ganz schwer zu schlagen. Das ist ihr großer Schlüssel zum Erfolg. Das macht sie so stark. Komplett verhindern kann man das nicht. Aber wir müssen diese Gegentore minimieren.

Sie haben einst selbst für den SCM gespielt. Welche Rolle spielt Magdeburg noch für Sie?
Ich kam als 15-Jähriger zum SCM und habe dort einige Jahre gespielt. Da ist Magdeburg für mich immer noch eine Herzensangelegenheit. Auch meine Frau habe ich in Magdeburg kennengelernt. Da sind schon noch sehr viele positive Gefühle da, wenn ich über den SCM und Magdeburg spreche.

Und zu welchen Spielern gibt es noch Kontakt?
Mit Dario Quenstedt habe ich sogar noch in der Jugend zusammengespielt. Natürlich auch zu Matthias Musche, den ich nächste Woche ja gleich wieder bei der Nationalmannschaft sehe. Und mit Bennet Wiegert stand ich auch noch gemeinsam auf der Platte.

Wie sehen Sie die Arbeit von Bennet Wiegert als Trainer?
Absolut positiv. Er macht dort seit Jahren einen richtig guten Job und hat einen großen Anteil daran, dass sich der SCM von Jahr zu Jahr weiterentwickelt hat. Die Magdeburger bauen nicht darauf, Erfolg damit zu verknüpfen, nur weil ein guter Spieler dazu kommt. Dort gibt es eine klare Struktur und Philosophie. Da haben Bennet und Marc-Henrik Schmedt als Geschäftsführer viel auf den Weg gebracht. Das freut mich für den SCM und seine Fans.

Weitere Artikel zum SC Magdeburg finden Sie hier.