Berlin/Magdeburg l Beim SC Magdeburg wehrt man sich immer gerne dagegen, das Spiel gegen die Füchse Berlin als Derby zu bezeichnen. Trotzdem sind die Duelle zwischen den beiden Klubs von besonderer Rivalität geprägt. Und einer weiß das stets besonders zu zelebrieren – Silvio Heinevetter.

Einmalige Jubelgesten

Kein anderer Torwart in der Bundesliga kann seine Paraden und Jubelgesten so grandios mischen wie Heinevetter. Nach wichtigen gehalten Bällen läuft er auch schon mal wild nickend einem Gegenspieler bis in dessen Hälfte hinterher oder wedelt mit den Armen, als würde er gleich abheben.

Unorthodoxes Torhüterspiel

Und als er am Dienstag beim Sieg im Pokal-Viertelfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen einen entscheidenden Ball akrobatisch hielt, stellte er die Parade noch zweimal beim Jubeln nach. Bundestrainer Christian Prokop lobt: „Silvio ist ein Torhüter, der durch ein unorthodoxes Torhüterspiel besticht. Mal liegt er quer in der Luft, mal macht er gar keine Bewegung. Der Gegner kann das nur schwer analysieren.“

Für die SCM-Fans ein "rotes Tuch"

An diesem außergewöhnlichen Torwartspiel durften sich die Fans des SCM von 2005 bis 2009 auch erfreuen. Da stand der gebürtige Bad Langensalzaer zwischen den Magdeburger Pfosten und brachte die Gegner zum Verzweifeln. Inzwischen ist „Heine“ für die Magdeburger Anhängerschaft aber eher ein rotes Tuch.

Pfiffe machen Heine noch stärker

Beim Final Four um den EHF-Cup in der Getec-Arena war das im letzten Mai selbst ohne SCM-Beteiligung zu spüren. Als die Füchse im Finale gegen St. Raphael spielten und mit 28:25 siegten, wurde jedes Gegentor gefeiert und jede Heinevetter-Parade mit Pfiffen quittiert. Doch eine gegen ihn aufgeheizte Stimmung macht den Füchse-Torwart bekanntlich noch stärker.

Getec-Arena als Handball-Mekka

Heinevetter: „Vor dem Magdeburger Publikum habe ich aber trotzdem einen großen Respekt. Ob beim SCM oder FCM – die Fans stehen hier bedingungslos hinter ihrer Mannschaft und legen dabei einen unglaublichen Patriotismus an den Tag.“ Deshalb freut sich Heinevetter auch auf die erneute Rückkehr in die Getec-Arena. Für den 34-Jährigen ist die Magdeburger Halle auch so etwas wie ein Handball-Mekka. „Für jeden Handballer ist und bleibt es etwas Besonderes, in dieser Halle und vor dieser Kulisse zu spielen.“

Während der SCM im März das Pokal-Viertelfinale in Berlin gewann, kassierten die Grün-Roten bei den Füchsen im September auch die erste Saisonniederlage. Gewöhnlich oder gar durchschnittlich waren die Partien jedoch nie: „Wir haben schon viele große Siege gefeiert, aber auch schmerzlich verloren. Normal waren die Spiele zwischen uns selten.“

Respekt vor dem SCM

Das dürfte auch am Sonntag so sein. „Zum Glück kehren bei uns jetzt wichtige Leistungsträger aus ihren Verletzungen zurück. Denn der SCM ist extrem eingespielt und hat zu Beginn der Saison einen fantastischen Handball gespielt“, meint der Torwart.

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