Magdeburg l Nüchtern betrachtet, ist es ein ziemliches Kontrastprogramm, das den SC Magdeburg erwartet. Nach der Partie gegen HBC Nantes, die für SCM-Trainer Bennet Wiegert und sein Team „etwas Besonderes war, auf Champions-League-Niveau“, kommt am Donnerstag der Wechsel in die Bundesliga-Realität. Balingen. Ein Gegner im Abstiegskampf. „Und mit Sicherheit stellen sich einige nur die Frage: Wie hoch gewinnen wir dort?“, sagt Wiegert, „aber so funktioniert die Bundesliga in dieser Saison nicht.“

Denn auch die Schwaben haben in dieser Spielzeit schon die ein oder andere Überraschung geschafft. Zum Beispiel ein 31:30 gegen die Füchse Berlin, ein 36:23 gegen MT Melsungen oder auch ein 26:24 gegen Leipzig. „Ich würde deshalb nicht aus allen Wolken fallen, wenn wir uns dort schwertun“, meint Wiegert. Sein Plan ist aber natürlich ein anderer. Er dürfte jenem vom THW Kiel sehr ähnlich sein. Der Spitzenreiter hat es vor einer Woche sozusagen vorgemacht und Balingen keine Chance gelassen (32:20). „Das war beeindruckend und super-professionell von Kiel“, sagt Wiegert.

Regeneration und Vorbereitung im Fokus

Für ihn besteht die Herausforderung bei dem straffen Spielplan gerade vor allem darin, den Spielern die bestmögliche Regeneration zuzugestehen – und sie trotzdem optimal auf die Gegner vorzubereiten. „Es ist gerade eine gefährliche Phase, weil das Verletzungsrisiko steigt“, sagt Wiegert. Diese Woche sei da fast schon Luxus gewesen, weil er seiner Mannschaft am Montag frei geben konnte. Das sieht in wenigen Tagen ganz anders aus. „Nach dem Rückspiel gegen Nantes am Sonntag habe ich nur einen Tag, dann steht am Dienstag schon die nächste Partie gegen Erlangen an“, berichtet er, „das ist dann schon extrem.“

Mannschaft wehrt sich

Erst einmal geht es aber in die „Hölle Süd“. Und Wiegert macht keinen Hehl daraus, dass er sich freuen würde, wenn der SCM dort „über 60 Minuten konstant spielt“. Heißt: In der zweiten Halbzeit nicht wie zuletzt gegen Hannover, Leipzig oder Nantes eine deutliche Führung einbüßt. „Parallelen zwischen den Spielen liegen auf der Hand. Vielleicht hängt das auch mit einem Kraftproblem zusammen. Nach der EM hatten wir mit einigen Sachen zu kämpfen, den Ausfällen von Albin Lagergren, Zeljko Musa und Marko Bezjak. Das war so ja alles nicht geplant“, meint Wiegert. Dennoch hat sich die Mannschaft wieder gefangen. „Wir wehren uns halt“, betont der Trainer, „und das ist schön zu beobachten.“

Gegen Balingen wird es darauf ankommen, diese Einstellung wieder an den Tag zu legen. „Sie kommen besonders über den Kampf“, sagt Albin Lagergren, „und da müssen wir dagegenhalten.“ Oder, wie es Balingen formuliert: „Es spielt keine Rolle mehr, wer in die Arena kommt – jedes Spiel muss jetzt als Gelegenheit genutzt werden, etwas Zählbares zu holen.“

Die Fronten sind somit geklärt. „Groß warnen musste ich mein Team nicht“, bestätigt Wiegert, „ich habe gesehen, dass sie wissen, wovon ich rede.“

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