Magdeburg l Der eine Spieler des SC Magdeburg weilt zurzeit auf Island, der andere nimmt verletzungsbedingt gerade neben den Spielfeld Platz. Und trotzdem waren Gisli Kristjansson und Marko Bezjak am Dienstag beim Bundesliga-Heimspiel des SCM gegen den HC Erlangen in aller Munde. Beide nämlich haben ihre Verträge verlängert, während sie sich gerade von einer Schulter-Operation erholen. Spielmacher Bezjak bleibt bis 2022, Kristjansson bis 2023 beim Verein. Die Nachricht sorgte somit bereits vor Anpfiff für gute Stimmung: „Marko Bezjak ist schon länger eine wichtige Säule unserers Spiels“, betonte Trainer Bennet Wiegert, „und Gisli Kristjansson hat uns in den zwei Wochen, in denen er bei uns war, überzeugt – sportlich und menschlich.“

Überzeugt – das hat der SCM dann zu mehr oder wenigen großen Teilen auch auf dem Spielfeld. Gegen den HC Erlangen, der ereignisreiche Wochen mit Trainerwechseln hinter sich hat, gewannen die Grün-Roten mit 24:20 (11:13). Das neue Gäste-Trainerduo, bestehend aus dem Ex-Magdeburger Michael Haaß, der das Spiel auf dem Feld dirigierte, und dem sportlichen Leiter Kevin Schmidt, muss somit weiter auf einen Erfolg warten.

Dabei hatten die Franken erst einmal alles im Griff. Und zwar über die gesamte erste Halbzeit hinweg. Mit einer aggressiven Abwehrarbeit hielten sie Michael Damgaard in Schach – und von den anderen Positionen strahlte der SCM einfach zu wenig Torgefahr aus. Ein Beleg dafür: Bis zur 19. Minute waren Tim Hornke und Damgaard alleinige Torschützen des Vereins, bis zum Pausenpfiff kam mit Lukas Mertens nur ein weiterer hinzu.

Bissel siegt Rot

Die Gäste gingen also gleich in Führung, der SCM konnte beim 6:6 (12.) erstmals ausgleichen – und zwar per Siebenmeter. Vorausgegangen war ein Foul von Christopher Bissel, der Hornke während eines Konters von den Füßen holte und dafür Rot sah. Aus dem Konzept brachte das die Franken aber nicht. Auch nicht, dass Mertens beim 9:8 (20.) die Grün-Roten in Führung warf. Im Gegenteil: Mit Antonio Metzner hatten sie noch einen starken Rückraumspieler im Ärmel, der von da an bis zum 11:13-Halbzeitstand vier Treffer beisteuerte.

Der SCM dagegen erlaubte sich in der Schlussphase gleich drei Fehlwürfe – der Rückstand war somit auch selbst verschuldet. „Wir sind sehr schwer ins Spiel gekommen, haben Antonio Metzner nicht in den Griff bekommen“, sagte Rechtsaußen Hornke bei Sky. „Nach der Pause waren wir aber in der Abwehr deutlich besser und haben uns die beiden Punkte verdient.“

Unter der Regie von Christian O’Sullivan setzten die Gastgeber gleich nach dem Wiederanpfiff ein Zeichen. Mit einem 5:1-Lauf starteten sie in die zweite Hälfte, gingen somit 16:14 (38.) in Führung. Dann jedoch das: Erik Schmidt sah ebenfalls Rot, nachdem seine Hand das Gesicht des Gegners traf (45.). Doch der Grundstein war gelegt, Erlangen fehlte die Durchschlagskraft im Angriff. Als Matthias Musche auf 23:20 (59.) stellte, war den Magdeburgern der Sieg sicher. Den Schlusspunkt setzte Piotr Chrapkowski per Dreher.

HCE-Trainer Michael Haaß ärgerte sich über die vergebene Chance auf ein besseres Ergebnis: „Ich denke, wir haben heute vieles richtig gemacht. Wenn man in Magdeburg nur 23, 24 Gegentreffer kassiert, hat man auch die Möglichkeit zu gewinnen.“