Magdeburg l Was für eine Woche: Nach dem Pokalspiel gegen die Füchse Berlin übt SCM-Linksaußen Matthias Musche Selbstkritik („ich habe hier nach allen Regeln der Kunst verkackt“), läuft gegen den THW Kiel als bester Schütze zur Höchstform auf und wird am Dienstag von Bundestrainer Christian Prokop ins Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft geholt. „Das war definitiv eine schöne Woche. Ich kann nicht davon ausgehen, dass jede Woche so läuft“, sagt Musche und lacht.

Als er per Anruf über seine erneute Nominierung für die Nationalmannschaft informiert wurde, habe er sich einfach gefreut. „Nicht mehr und nicht weniger.“

War bei Handball-EM nicht dabei

Musche hat bereits 21 Länderspiele absolviert, war 2015 bei der Weltmeisterschaft in Katar dabei. Allerdings verzichtete Bundestrainer Prokop im vergangenen Jahr bei der Europameisterschaft in Kroatien auf den Magdeburger.

„Da wurde ich gefragt, wie ich mich fühle, und ich habe gesagt, dass ich traurig bin“, sagt Musche und fügt rückblickend an: „Die Medien haben das teilweise so interpretiert, als ob ich Kritik geäußert hätte, dabei ist es doch normal, dass ein Sportler traurig ist, wenn er nicht dabei sein kann.“

Fokus liegt auf dem SCM

Für den Linksaußen, der auf der Position in der Nationalmannschaft unter anderem mit Uwe Gensheimer konkurriert, habe der Fokus zudem immer darauf gelegen, beim SCM gut zu spielen. „Alles andere passiert von allein oder eben auch nicht – dann kann ich es aber auch nicht ändern.“

Bevor Musche nun vom 2. bis 7. April am Lehrgang der Nationalmannschaft inklusive zweier Länderspiele gegen Serbien teilnehmen wird, geht für ihn am kommenden Sonntag erst einmal der Bundesliga-Alltag weiter. Auswärts beim TBV Lemgo erwartet er kein einfaches Spiel: „Lemgo spielt eine überragende Saison, hat nichts mit dem Abstieg zu tun. Davor hatten sie in den Jahren zuvor ja immer Angst.“

Guter Draht zum TBV Lemgo

Obwohl er zwar alle Bundesligisten beobachte, hat Musche zu Lemgo noch einmal einen ganz besonderen Draht. Zum einen über Fabian van Olphen, langjähriger SCM-Spieler und -Kapitän, mit dem er sich sehr gut versteht. Und zum anderen über Tim Hornke, „er ist ja quasi Teil meiner Familie“, erzählt Musche. Seine Cousine ist nämlich mit dem ebenfalls ehemaligen SCM-Spieler verheiratet.

Dem Wiedersehen am Sonntag wird schon bald ein weiteres folgen: Denn auch Hornke ist Teil des Nationalteams, den Lehrgang können die beiden somit gemeinsam bestreiten.

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