Magdeburg l Am 26. Dezember (15 Uhr) reist der SC Magdeburg in die Berliner Höhle des Fuchses. Es wird dort wieder ein Duell mit einem Spitzenteam geben. Es ist ein Duell, das der SCM in dieser Saison noch nicht gewonnen, vielmehr nur verloren hat. Wie also auch das Hinspiel gegen die Füchse (26:30). Und „es ist utopisch, davon auszugehen“, sagt Matthias Musche mit Rückblick auf die Rückrunde der vergangenen Serie in der Bundesliga, als der SCM ungeschlagen blieb, „dass wir bis zum Ende der Saison nicht mehr verlieren. Denn dazu gehört schon viel Glück, dazu muss schon vieles passen“.

Rückrunde ab dem 21. Dezember

Die Rückrunde startet allerdings bereits am 21. Dezember, beim Aufsteiger Eulen Ludwigshafen, es ist eine Hausaufgabe, wie sie der SCM elfmal in der laufenden Serie siegreich erledigt hat. Wie zuletzt beim VfL Gummersbach (30:22), als es Mitte der zweiten Halbzeit noch einmal eng wurde, „wir in dieser schwierigen Phase aber cool geblieben sind und an unserem Plan festgehalten haben“, erinnert sich der 25-Jährige. Musche ist eigentlich der personifizierte Kampfgeist der Magdeburger, der diese Qualität auch in seiner Körpersprache laut und deutlich artikuliert. Aber er sieht sich darin nicht allein. „Wir haben wirklich gute Fortschritte gemacht, was unsere Einsatzbereitschaft und unseren unbedingten Willen betrifft“, erklärt der Linksaußen. „Aber so soll es doch sein: Wenn man sein Bestes gegeben hat, kann man sich auch nichts vorwerfen.“

In seiner Bundesliga-Statistik stehen bislang 160 Spiele und 398 Treffer geschrieben. In der laufenden Saison hat Musche in 17 Partien 62 Tore erzielt (Quote 70 Prozent), er ist damit nach Robert Weber (110) und Michael Damgaard (83) der beste Werfer der Grün-Roten. Er hat auch deshalb nachweislich nicht nur sein Bestes gegeben, er hat vor allem überzeugt. Nur den Bundestrainer, den hat er nicht überzeugt. „Und das ist schon hart“, sagt Musche.

Prokop verzichtet auf Musche

Christian Prokop verzichtet auf seinen ehemaligen Schützling bei der Europameisterschaft in Kroatien (12. bis 28. Januar). Prokop und Musche haben sowohl bei den SCM-Youngsters als auch kurzzeitig bei Post Schwerin – ehe der Verein Insolvenz anmeldete – zusammengearbeitet. Musche taucht nicht einmal in der Vorauswahl auf, dem 28-Mann-Kader, der sich nun in zwei Lehrgängen und Testspielen gegen Island am 5. und 7. Januar beweisen muss, ehe am 12. Januar das endgültige 16-Mann-Aufgebot für die EM benannt wird. Stattdessen heißen die Linksaußen Uwe Gensheimer (Paris St. Germain), Rune Dahmke (THW Kiel) und Marcel Schiller (Göppingen).

„Ich hatte schon meine Nominierung erwartet“, erklärt Musche. „Ich glaube, dass ich in dieser Saison sehr gute Leistungen gebracht habe. So ist es einfach enttäuschend, nicht mal für den erweiterten Kader nominiert worden zu sein. Aber letztlich ist es eben die Entscheidung des Bundestrainers.“ Den Traum von der EM hätte sich Musche gerne erfüllt. „Als ich 2015 bei der Weltmeisterschaft in Katar dabei war, war ich gerade mal 23 Jahre alt. Da dachte ich, jetzt geht es in der Nationalmannschaft erst richtig los.“ Zwei Jahre später ist es vorbei, zunächst jedenfalls. Nach bislang 21 Länderspielen und 36 Toren.

So bleiben ihm in dieser Saison die Vereinsziele. Das sind also jene Ziele, die intern formuliert, aber extern nie kommuniziert wurden. Auch Matthias Musche mag darüber nicht laut sinnieren. Bis auf diesen Satz: „Wenn man einen Titel gewinnt, dann ärgert man sich nicht.“

Mehr Infos zum SC Magdeburg