Magdeburg l Wie geht es dem linken Fuß von Matthias Musche? Kann der SCM-Torjäger in Leipzig spielen oder nicht? Ist möglicherweise sogar die WM in Gefahr? Bei den Handballern des SC Magdeburg war das Weihnachtsfest nicht nur durch die 25:27-Niederlage gegen die Berliner Füchse am vorigen Sonntag ein bisschen versaut.

MRT-Untersuchung

Wie schlimm es bei Musche nun wirklich ist, stellt sich erst heute nach einer MRT-Untersuchung definitiv heraus. Von einem zumindest angerissenen Band im Sprunggelenk muss man aber wohl ausgehen. Der Linksaußen war zu Beginn des Füchse-Spiels bei einem Zweikampf mit Mijajlo Marsenic mit seinem linken Fuß umgeknickt, biss aber die Zähne zusammen und spielte trotzdem durch.

Über Weihnachten wurde der Fuß nun dick. Musche: „Ich kann kaum richtig gehen. Nach Leipzig fahre ich zwar auf jeden Fall. Ob mit oder ohne Tasche, werden wir sehen.“ Nach nur vier Tagen Pause kommt das Spiel aber wohl zu früh. Für die Heim-WM im Januar hat der 26-Jährige dagegen Hoffnung. Musche: „Ich gehe davon aus, dass ich da wieder spielen kann.“ Schließlich sind es bis zum Auftaktspiel gegen Korea noch zwei Wochen. Und mit einem ordentlichen Tape bekommt man auch ein gerissenes Band stabilisiert.

Auch Lagergren ist angeschlagen

Aber selbst wenn Musche heute Abend ohne Tasche nur auf der Tribüne sitzt und Albin Lagergren über einen Pferdekuss am Oberschenkel klagt, muss sich der SCM zerreißen. Trainer Bennet Wiegert: „Es wird ein typisches Derby mit viel Kampf und Leidenschaft. Egal, welches Personal zur Verfügung steht. Wir werden die letzten Kräfte mobilisieren und um jeden Zentimeter kämpfen.“

Duell mit viel Tradition

Schließlich ist dieses Spiel ja das ultimative Ost-Derby. Duelle gegen DHfK Leipzig gab es schon in der DDR-Oberliga, sie haben für die Fans deshalb eine ganz andere Tradition als die Duelle mit den Füchsen. „Das ist noch einmal ein Derby, noch einmal ein Höhepunkt. Und gegen die Füchse haben wir ja auch paar gute Sachen gemacht, die wir in dieses Spiel mitnehmen müssen“, sagt Torhüter Jannick Green.

Für die Leipziger will es in dieser Saison nicht so richtig laufen. Rang 15 und nur vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz sind wahrlich nicht das, was sich der Traditionsclub aus der Messestadt in der Saison ausgerechnet hatte. Um so heißer dürften die Sachsen sein.

Für Andreas Rojewski hat dieses Duell ohnehin seine eigenen Gesetze. Für dieses Spiel sei die Tabellenkonstellation nicht entscheidend. „Die Fans in der ausverkauften Arena werden die letzten Prozentpunkte aus uns herauskitzeln und uns ans Limit pushen“, sagt der Ex-Magdeburger auf der Vereins-Webseite.

Leipzig vor Zuschauerrekord

Vorige Saison kamen die Magdeburger erst in letzter Sekunde zu einem 23:22-Sieg. Und in der Spielzeit davor hieß es am Ende 24:24. Und das erste Spiel nach dem Aufstieg konnten die Leipziger sogar mit 26:25 für sich entscheiden. Um es für ein erneut heißes Duell richtig krachen zu lassen, wurde die Arena in Leipzig auf die größte Variante umgebaut und sogar noch mit einer Zusatztribüne versehen, so dass mit 7200 Zuschauern ein neuer Rekord aufgestellt wird.

Die Wiegert-Schützlinge müssen sich zum Jahresabschluss noch mal richtig strecken. Deshalb wurde selbst am ersten Weihnachtsfeiertag trainiert. Und die Mannschaft machte sich schon gestern nach dem Abschlusstraining auf den Weg nach Leipzig. Wiegert: „Auch wenn Weihnachten ist, wollen wir auch vor diesem Spiel professionell sein und uns voll auf die Aufgabe konzentrieren.“

Kommentar "Liga-Irrsinn vor Heim-WM" zum Thema.

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