Magdeburg l Abstand ist im Corona-Alltag der neue Anstand. Den Gegner auf Abstand zu halten, ist auch im Handball wichtig. Und während es der SCM zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison vor einer Woche versäumte, den Bergischen HC richtig auf Abstand zu halten und am Ende verlor, wurde gegen Göppingen am Donnerstagabend auch nach der Pause im entscheidenden Moment konzentriert der Vorsprung gehalten. So hat es am Ende mit einem 28:22 (13:11) vor 1924 Zuschauern in der Getec-Arena im zweiten Anlauf auch mit dem ersten Heimsieg geklappt.

Nur 48 Stunden nach dem grandiosen Sieg bei den Füchsen in Berlin hatte Trainer Bennet Wiegert seine Anfangsformation erneut verändert. So durften auf den Außen Matthias Musche und Daniel Pettersson und im rechten Rückraum Christoph Steinert ran. Im Tor begann dieses Mal der in Berlin überragende Jannick Green.

SCM ist plötzlich im Rückstand

Für die Tore war zunächst aber mit Tim Hornke ein Spieler von der Bank gefragt. Und der Rechtsaußen erledigte die zwei Aufgaben am Siebenmeterpunkt auch souverän, was nach drei Minuten ein 2:0 für die Magdeburger bedeutete. Als Piotr Chrapkowski in der 11. Minute einen Gegenstoß mit dem 7:4 abschloss, schien der SCM so wie vor zwei Tagen in Berlin richtig in Fahrt zu kommen. Acht Minuten später hatte aber für den SCM erneut nur Chrapkowski getroffen, während die Gäste fünf Tore bejubeln durften.

So lagen die Gastgeber plötzlich mit 8:9 und dann auch mit 9:10 (21.) hinten. Weil im Angriff in dieser Phase nichts mehr ging, musste Green mit einigen Paraden sogar einen höheren Rückstand verhindern. Aber daran bauten sich seine Vorderleute auf und drehten mit einem 4:0-Lauf das Spiel wieder in Richtung Siegerstraße. Mit einem 13:11 ging es schließlich in die Pause.

Magnusson überzeugt beim SCM

Nach dem Seitenwechsel nutzte Wiegert erneut die Breite seines Kaders. Im Rückraum stand jetzt Gisli Kristjansson auf der Platte. Am gegnerischen Kreis sorgte Moritz Preuss für die Lücken. Und weil Musche nicht seinen besten Tag hatte, nahm Lukas Mertens schon vor der Pause die Linksaußenposition ein. Dass der SCM fünf Minuten nach der Pause mit 17:12 davonzog, daran hatte aber vor allem Omar Ingi Magnusson einen entscheidenden Anteil. Der Isländer verwandelte beim Tor zu diesem Spielstand seinen sechsten Siebenmeter. Somit hatte der SCM bis dahin also fast die Hälfte seiner Tore durch Strafwürfe erzielt. Am Ende war Magnusson mit neun Toren, davon acht Siebenmeter, bester SCM-Werfer.

Unverständlich, dass es nach 40 Minuten nur noch 17:15 stand. Noch unverständlicher waren aber einige Entscheidungen des Schiri-Gespanns. Doch die Grün-Roten blieben im Gegensatz zum Heimspiel vor einer Woche cool und bauten den Vorsprung wieder bis zum 28:22 aus.

„Nach drei Spieltagen möchte ich nichts überbewerten“, bilanzierte Wiegert die zurückliegenden Auftritte mit der bitteren Niederlagen gegen den Bergischen HC und dem furiosen Sieg in Berlin. "Wir müssen weiter unseren Job machen.“ Unterm Strich sei die Woche aber gut verlaufen - dementsprechend darf sich seine Mannschaft über ein freies Wochenende freuen.