Magdeburg l Die SCM-Fans in der ausverkauften Getec-Arena durfen gestern alle begrüßen. Zum ersten Mal in dieser Saison. Wirklich alle Handballer des SC Magdeburg waren gestern für die Partie gegen die MT Melsungen fit. Selbst der langzeitverletzte Lukas Mertens lief mit auf und feierte beim klaren 32:24-Erfolg sechs Minuten vor Schluss auch noch auf der Platte ein traumhaftes Comeback mit zwei Toren.

SCM-Trainer Wiegert zufrieden

Tatsächlich erlebten die 6600 Zuschauer im ersten Spiel nach der WM-Pause einen starken Auftritt der Heim-Mannschaft. Weil bei den ohnehin schon verletzungsgeplagten Gästen kurzfristig Nationalspieler Finn Lemke mit Schulterproblemen ausfiel, schien die Sache für den SCM eine klare Angelegenheit zu werden. War es zwar am Ende auch. Aber zwischenzeitlich passte vieles nicht zusammen. „Das war der typische Rückrunden-Auftakt. Nach langer Pause und einem Großereignis wusste keiner so richtig, wo er steht. Aber nach der Pause haben wir es dann richtig gut gemacht", analysierte SCM-Trainer Bennet Wiegert.

Damgaard mit dem ersten Tor

Seine Jungs legten einen Blitzstart hin, führten nach zwei Minuten schon mit 3:0. Den ersten Bundesliga-Treffer des neuen Jahres erzielte mit Michael Damgaard genau der Spieler, der mit dem Siegtor in Leipzig auch das wichtige letzte Tor des alten Jahres geworfen hatte. Und Damgaard drückte dem Spiel nicht nur mit seinem „Zöpfchen" auf dem Kopf den Stempel auf. Der Däne präsentierte sich wie erhofft in guter Form und hatte am Ende sieben Tore auf seinem Konto.

Enges Spiel bis zur Pause

Trotzdem lief aber noch längst nicht alles wieder rund im Spiel der Gastgeber. Speziell in der Abwehr ließ der SCM bis zur Pause viel zu viel zu. Torwart Jannick Green: „Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden. Da sind mir auch ein paar ganz komische Bälle reingerutscht."

So war die schnelle Führung auch schnell verspielt. Nach zwölf Minuten hieß es sogar 6:7. Und selbst als der SCM beim 11:8 (21.) endlich auf der Siegerstraße schien, gab Melsungen nicht auf und glich nur zwei Minuten später zum 11:11 aus. Wenigstens ein Tor Vorsprung konnten die Grün-Roten in die Pause retten.

Plaza Jimenez in die Klinik

Während sich dort seine Teamkollegen auf eine bessere zweite Hälfte einschworen, ging es Kreisläufer Ignacio Plaza Jimenez gar nicht gut. Der Spanier war bei einer Aktion auf den Hinterkopf gefallen. Und weil ihm in der Kabine schwindelig wurde, ging es zur Kontrolle in die Klinik. Wiegert: „Er hatte klare Symptome einer Gehirnerschütterung. Das müssen wir klären."

Musche bester Werfer

Viel abgeklärter agierten dann auch die Magdeburger im Spiel. Nach 43 Minuten hatte keiner mehr einen Zweifel daran, wer als Sieger von der Platte gehen würde. Da legte Green eine starke Parade hin und schickte Matthias Musche zum Gegenstoß, der sich das 21:16 nicht entgehen ließ. Musche hatte am Ende zehn Tore auf dem Konto. „Einfach schön, heute wieder in Magdeburg gespielt zu haben", meinte er.

Traum-Comeback von Mertens

Dass es am Ende wirklich schön war, hing auch damit zusammen, dass nach dem Seitenwechsel die Abwehr viel besser stand und Torwart Green half, endlich in Weltmeister-Form zu kommen. Am Ende hatte der Däne mit 17 gehaltenen Bällen bei 40 Würfen eine Quote von 42 Prozent. Kapitän Christian O‘Sullivan meinte: „Ein verdienter Sieg. Und das gegen einen direkten Verfolger in der Tabelle."

Lukas Mertens sorgte schließlich für das i-Tüpfelchen. Der Linksaußen krönte sein Comeback mit zwei Toren. „So eine Rückkehr hätte ich mir nicht mal erträumen können", freute er sich.

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