Magdeburg l Anfang der 2000er Jahre lieferten sich der SC Magdeburg und der TBV Lemgo heiße Duelle im Kampf um die Meisterschaft. In der Regel behielt damals immer die Heimmannschaft die Oberhand. In den letzten zehn Jahren wurde das Team aus Ostwestfalen aber so etwas wie ein Lieblingsgegner des SCM. Seit Oktober 2010 stehen in der Bundesliga aus Magdeburger Sicht 16 Siege, ein Remis und zwei Niederlagen zu Buche. Bei den letzten fünf Heimspielen machten die Grün-Roten sogar ordentlich etwas für ihr Torverhältnis und gewannen insgesamt mit plus 42 Toren, im Durchschnitt also mit 8,4 Toren Differenz.

Punkte sammeln bis Weihnachten

So ein deutlicher Sieg würde dem SCM auch Sonntag (16 Uhr, Sky) in der Getec-Arena ganz gut tun. Mit schon vier Niederlagen, davon drei in heimischer Halle, sind die Magdeburger im Dezember ordentlich unter Erfolgsdruck. Morgen Lemgo, eine Woche darauf in Balingen, dann Erlangen und Nordhorn jeweils zu Hause – da sollten eigentlich die nötigen Punkte geholt werden, um vor dem Weihnachtsfest in der Tabelle wieder nach oben zu klettern.

Erfolgsstatistik für Wiegert nebensächlich

Von solchen Rechnereien hält Trainer Bennet Wiegert natürlich wenig. Auch die Bilanz der letzten Jahre gegen Lemgo spielt für ihn keine Rolle. „Gegen den Bergischen HC und DHfK Leipzig hatten wir auch super Bilanzen in den letzten Jahren. Deshalb gebe ich auf solche Statistiken nicht viel und weiß, dass die Zeit gerade auch ein bisschen anders tickt“, so Wiegert, der seine Jungs erst gestern Nachmittag wieder zum Training bat.

Nach dem 32:24-Sieg am Dienstagabend bei Nexe in Kroatien war der SCM per Charter erst gegen 3.30 Uhr in Leipzig gelandet. Und von dort ging es dann erst noch mit dem Bus nach Magdeburg. Wiegert: „Wir hatten innerhalb einer Woche durch die Spiele in Schweden, Leipzig und jetzt in Kroatien ordentlich Reisestress. Da war es wichtig, jetzt erst einmal richtig zu regenerieren.“

Sieg in Nexe gibt Selbstvertrauen

Neben wichtigen zwei Punkten in der European Handball League hatten die Magdeburger auch noch einige statistische Werte im Gepäck, die auf einen Aufwärtstrend hoffen lassen. Bei den Niederlagen zuvor (Leipzig und Rhein-Neckar Löwen in der Bundesliga und Alingsas im Europacup) leisteten sich die Magdeburger Fehlwürfe ohne Ende. In Nasice beim RK Nexe waren es lediglich 14 mit einer starken Wurfquote von 70 Prozent.

Und gingen in dieser Saison viel zu oft auch die Torwartduelle verloren, kaufte Jannick Green am Dienstag dem Angriff von Nexe schon in den ersten 20 Minuten ordentlich den Schneid ab. Wiegert: „Das hat uns richtig geholfen. Und weil es wirklich nicht so einfach ist, bei Nexe zu gewinnen, war dieses Spiel ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Überbewerten will ich diesen Sieg aber natürlich auch nicht gleich. Denn wir müssen schon noch mit ein paar Problemen kämpfen.“

Personell immer noch Probleme

Vor allem in personeller Hinsicht. Während Green sich nach seiner Knieverletzung also wieder richtig zurückmeldete, steht hinter Piotr Chrapkowski (Sprunggelenk) weiterhin ein Fragezeichen. Auch der Einsatz von Justus Kluge ist ungewiss. Der Linksaußen fiel krankheitsbedingt schon in Leipzig und Kroatien aus. Wiegert: „So mussten wir im Trainingsspiel sogar Yves Grafenhorst einsetzen. Ich hoffe aber, dass Justus am Sonntag wieder im Kader ist.“