Magdeburg l Innerhalb von zwei Wochen heißt der Gegner des SCM zweimal SG Flensburg-Handewitt. Und auch nach dem Pokal-Achtelfinale, das der SCM 31:28 gewinnen konnte, hat die Partie keinen Deut an Brisanz verloren. Im Gegenteil: Der ungeschlagene Liga-Spitzenreiter (20:0) trifft auf den direkten Verfolger (20:2).

Vordergründig geht es nur um zwei Punkte: Die SG will ihren vereinsinternen Startrekord ausbauen, der SCM will in der Flens-Arena die Tabellenführung übernehmen. Doch auf lange Sicht gesehen geht es sogar um ein bisschen mehr: Flensburg arbeitet daran, den Meistertitel zu verteidigen, Magdeburg ist Konkurrent Nummer eins. Das Spiel könnte also auch ein Fingerzeig sein, was den Kampf um die Meisterschale betrifft.

Bezjak erwartet emotionales Spiel

SCM-Spielmacher Marko Bezjak, der in der Länderspielpause zu Hause bleiben konnte und nicht mit Slowenien unterwegs war, stellt sich deshalb auf ein emotionales Aufeinandertreffen ein. „Flensburg wird uns und den Fans zeigen wollen, dass sie es viel besser können“, mutmaßt er mit Blick auf das Pokalspiel, „dementsprechend heiß werden sie auch sein.“

Für die Magdeburger geht es deshalb vor allem darum, einen „kühlen Kopf“ zu bewahren. Denn: „Überraschen können wir uns gegenseitig eigentlich nicht. Wir wissen beide fast alles über den Gegner. Deshalb wird es auf Kleinigkeiten ankommen“, sagt Bezjak.

Länderspielpause liegt dazwischen

Mitunter auch darauf, wie sich die Spieler beider Mannschaften nach der Länderspielpause mit ihren Nationalmannschaften wieder im Verein zurechtfinden. Denn sowohl SCM-Trainer Bennet Wiegert als auch SG-Coach Maik Machulla konnten in der vergangenen Woche lediglich mit einer Rumpf-Truppe trainieren. Das Gros der Leistungsträger war unterwegs.

„Für die vielen Nationalspieler ist die Vorbereitung nicht optimal“, bestätigt Bezjak. „Das ist schade, denn vor so einem wichtigen Spiel wäre es schöner gewesen, wenn sich beide Teams in Ruhe darauf hätten vorbereiten können.“ Ihm persönlich habe die Auszeit dagegen sehr gut getan. „Mein Körper brauchte nach den harten Wochen mal eine Pause.“

Fragezeichen hinter Lagergren

Wiegert wird also auf einen ausgeruhten Spielmacher zählen können. Und das ist immens wichtig, war es doch gerade Bezjak, der mit seiner Spielführung im Pokal einen Grundstein für den Sieg legte. Das hat auch Flensburg erkannt: „Wir müssen die Achse mit Marko Bezjak und Albin Lagergren besser auf dem Schirm haben“, folgert SG-Trainer Machulla aus der Pokal-Partie.

Doch ausgerechnet hinter dem Einsatz von Albin Lagergren steht ein Fragezeichen. Im Spiel der Schweden gegen Spanien hat der Rückraumspieler einen „schweren Schlag“ auf den Fuß bekommen. Eine Röntgenaufnahme habe zwar keinen Bruch gezeigt, wie der schwedische Verband auf seiner Website mitteilt. Trotzdem ist Lagergren vorzeitig abgereist, am Dienstag erfolgte eine MRT-Untersuchung in Magdeburg. Ob er heute Abend einsatzbereit ist, wird wohl erst nach dem Warmmachen entschieden. Dagegen ist die ebenfalls frühzeitige Abreise des dänischen Torhüters Jannick Green eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen.

Trotz des „Kaltstarts“ ist die Pause dem SCM entgegengekommen, findet zumindest Marko Bezjak: „Jetzt sind wir vom Kopf her wieder bereit“, meint er. In der ausverkauften „Hölle Nord“ kann das nur von Vorteil sein.

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