Magdeburg l International kommen die Handballer des SC Magdeburg besser mit der Geisteratmosphäre zurecht als in der Liga und feierten im ersten Heimspiel der neuen European Handball League ein 37:30 (17:11) gegen ZSKA Moskau. Eigentlich sollten die Magdeburger ja schon Ende Oktober in der Getec-Arena gegen Montpellier spielen. Aber das wurde aufgrund von Corona-Fällen bei den Franzosen abgesagt. Trotzdem führt der SCM nach dem zuvor klaren Sieg bei Besiktas Istanbul (41:23) die Tabelle der Gruppe C an.

Zunächst sah es danach aber gar nicht aus. Die Grün-Roten kamen in ihrem Europacup-Outfit schwer in Tritt und lagen zurück. Das Spiel begann auch mit ordentlich viel Tempo. Nach nur vier Minuten waren beim 2:4 schon insgesamt sechs Tore gefallen. Um beim 6:5 erstmals in Führung zu gehen, mussten weitere elf Minuten und fünf Tore her. Und diesen Vorsprung gaben die Gastgeber auch nicht mehr her und bauten ihn schon bis zur Pause über ein 10:6 (20.) und 15:10 (28.) immer weiter aus. Entscheidend dafür war auch Tobias Thulin, der sich im Tor mit 14 Paraden deutlich gegenüber der Niederlage in der vergangenen Woche gegen die Rhein-Neckar Löwen steigerte.

Nachdem mit einem 17:11 die Seiten gewechselt wurden, war in der 36. Minute der Vorsprung zwar auf vier Tore (21:17) geschmolzen. Aber der klare Sieg stand trotzdem nicht in Frage. Die Russen konnten nur mit zwölf Spielern anreisen. Auch Chefcoach Velimir Petkovic war aufgrund einer Erkältung nicht dabei. Der schmale Kader hinterließ bei den Gästen aber kräftemäßig Spuren, während die Magdeburger durchwechselten.

Und der gestern am linken Knie operierte Matthias Musche dürfte sich gefreut haben, dass Lukas Mertens auf Linksaußen stark auftrumpfte und mit sechs Toren zweitbester Werfer hinter Omar Ingi Magnusson (acht Treffer) war. SCM-Coach Bennet Wiegert sagte indes: „Unsere Aufgabe war es, das Spiel zu gewinnen. Das haben wir getan. Zum Glück haben wir jetzt in der Bundesliga kein Reisestress und spielen morgen gegen Essen zuhause.“