Magdeburg l Am Freitagabend wird Lukas Mertens kurz in sich gehen. Denn genau vor einem Jahr zog sich der Handballer des SC Magdeburg im Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. „Ich weiß sogar noch die Uhrzeit. Es war genau 19.09 Uhr. Da bin ich ein bisschen aus dem Gleichgewicht gekommen, habe mir dadurch das Knie verdreht und auch gleich gemerkt, dass da im Gelenk irgendetwas anders ist“, erinnert sich der 23-Jährige.

Inzwischen steht er wieder auf der Platte. Dass sich die Spielzeiten noch in Grenzen halten, ist zwischen Mertens und Trainer Bennet Wiegert klar abgesprochen. Mertens: „Wir wollen nicht riskieren, dass wieder etwas passiert. Eine solche schlimme Verletzung reicht mir in meiner Karriere. Deshalb soll ich erst einmal im Sommer eine richtige Vorbereitung machen und mich in den Testspielen mit Matthias Musche abwechseln.“

SCM-Kollege Musche als Anreiz

Dass Musche sich mit großer Wahrscheinlichkeit die Torjägerkrone holt und Nationalspieler ist, sieht der gebürtige Wilhelmshavener eher als Motivation. Mertens: „Matze spielt eine Riesensaison. Und dass er Nationalspieler ist, wusste ich ja auch schon, als ich hier unterschrieben habe. Für mich ist das eher ein Anreiz, um selbst ans Optimum zu kommen.“

Und da erhofft er sich viel von der neuen Saison. „Ich glaube, dass wir mit unserem Kader noch breiter aufgestellt sind. Wichtig wird deshalb auch sein, im EHF-Cup am besten bis ins Final Four zu kommen. Das wären zwölf zusätzliche Spiele und würde allen automatisch mehr Einsatzzeiten bringen.“

Lange Leidenszeit vor Comeback

Dass der Linksaußen übrigens auch noch punktgenau acht Monate nach seiner Verletzung, am 10. Februar beim Spiel gegen Melsungen, sein Comeback feiern konnte, ist fast drehbuchreif. Dazwischen lag aber eine lange Leidenszeit. Mertens: „Bei so einer Verletzung braucht man viel Geduld. Irgendwann kann man fast alles wieder machen – außer richtig Handball spielen. Das ist für den Kopf extrem schwierig. Andererseits hat mich diese Zeit auch stark gemacht. Ich höre jetzt viel mehr in meinen Körper hinein. Und vor allem lernt man zu schätzen, wie schön es ist, fit zu sein und spielen zu können.“

So bitter es im letzten Mai war, so schön ist der aktuelle Wonnemonat auch privat. „Ich bin vor einer Woche mit meiner Freundin Louisa in eine gemeinsame Wohnung gezogen.“ Dahinter steckt ein schöner Zufall. „Sie stammt aus Göttingen und hat wie ich in der Niedersachsen-Auswahl gespielt. Und als wir uns irgendwann wiedergetroffen haben, erzählte sie mir, dass sie zum Studieren nach Magdeburg zieht. Das hat ja gepasst, weil ich gerade beim SCM unterschrieben hatte.“

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