Magdeburg l Drei Spieler, drei Schicksale. Der SC Magdeburg hatte am Dienstag wahrlich einiges zu vermelden. Zunächst bestätigten sich bei Neuzugang Gisli Kristjansson die Befürchtungen. Der Isländer muss nach einem Foul des Flensburger Spielers Michal Jurecki operiert werden. Er hat ein massives Trauma an der linken Schulter erlitten, auch das Schlüsselbein ist betroffen. Die OP soll am 12. Februar stattfinden – erst dann kann festgestellt werden, wie lange er ausfällt. Etwaige Hoffnungen, ihn in dieser Saison noch einmal für den SCM auflaufen zu sehen, sind aber dahin. „Die Rückkehr in der laufenden Spielzeit ist ausgeschlossen“, stellte der SCM klar.

Trainer Bennet Wiegert ahnte bereits nach der Flensburg-Partie am Sonntag Schlimmes. Durch die medizinische Vorgeschichte bei Kristjansson hatte man sich in Magdeburg vor dessen Verpflichtung ausführlich mit seinen bisherigen Schulterverletzungen beschäftigt. Im November vergangenen Jahres hatte sich Kristjansson schon die linke Schulter ausgekugelt, wurde beim THW Kiel aber konservativ behandelt. „Bei einer zweiten Luxation war das aber keine Option mehr“, sagte Wiegert.

Lagergren fällt länger aus

Der Coach hat in den vergangenen Tagen viel Zeit im Krankenhaus verbracht, Kristjanssons Vater reiste außerdem aus Island an. „Ich denke, dass Gisli trotz seines jungen Alters schon extrem gefestigt ist, was seinen Charakter angeht“, sagte Wiegert. „Ich traue ihm zu, dass er noch stärker zurückkommt. Auch wenn das jetzt erst einmal unheimlich bitter und schmerzhaft für ihn ist.“

Doch dieses eine Unheil kam nicht allein. Albin Lagergren stand in Flensburg überraschend nicht auf dem Spielfeld. Auch da klärte der SCM auf. Der Schwede hatte sich während der Europameisterschaft eine Gehirnerschütterung zugezogen, von der er sich bis jetzt nicht vollständig erholt hat. „Die Ausfallzeit kann mit Blick auf die Verletzungsart nicht abgeschätzt werden“, so der SCM.

Smits ab sofort einsatzbereit

Das wiederum heißt: Wiegert gingen im Rückraum langsam aber sicher die Optionen aus. Und das führt gleich zur dritten und letzten SCM-Neuigkeit: Kay Smits wird die Mannschaft ab sofort verstärken, war gestern sogar schon beim Mannschaftstraining dabei.

„Momentan ist die personelle Situation bei uns wahrlich nicht einfach“, betonte Wiegert, „insofern sind wir natürlich mehr als glücklich, dass wir so kurzfristig einen Spieler von der Qualität eines Kay Smits verpflichten konnten. Kay wird uns helfen, die angespannte Situation im Rückraum zu entlasten.“

Beim SCM soll Ruhe einkehren

Smits kommt vom dänischen Verein Team Tvis Holstebro und hat bei der EM mit dem niederländischen Nationalteam aufhorchen lassen. Der 22-jährige Linkshänder erzielte zum Beispiel im Gruppenspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft sieben Tore. Jetzt soll er gemeinsam mit Christoph Steinert für Torgefahr auf der rechten Seite sorgen.

Trainer Wiegert hofft, dass nun erst einmal Ruhe in seinem Kader einkehrt. Die vergangenen Wochen waren besonders anstrengend. Auf den Scouting-Prozess, bei dem mögliche Bezjak-Alternativen ausfindig gemacht wurden, folgte die Entscheidung für Kristjansson. Den musste der Trainer dann schnellstmöglich in die Mannschaft sowie in die taktische Ausrichtung des SCM eingliedern. „Das ist einfach zeit- und arbeitsaufwendig“ sagte Wiegert.

Kein Neuer auf Mitte-Position

Diesen Vorgang nun bei zwei zusätzlichen Nachverpflichtungen zu wiederholen, kam nicht infrage. Heißt: Auf Rückraum Mitte wird der SCM keinen neuen Spieler holen. „Da bleibt es dabei, dass Christian O’Sullivan, Filip Kuzmanovski und Michael Damgaard auf dieser Position Verantwortung übernehmen“, stellte Wiegert klar. Meinung

Weitere Artikel zum SC Magdeburg.