Nürnberg l Den Osterausflug ins Frankenland hatten sich die Handballer des SC Magdeburg anders vorgestellt. Zwei Wochen nach der Niederlage im Pokalfinale gegen Kiel sollte beim HC Erlangen in der Bundesliga wieder ein Sieg her. Doch am Ende hieß es 25:26 (15:15) vor 4812 Zuschauern in der Nürnberg-Arena. Damit dürften die Hoffnungen auf Rang zwei endgültig geplatzt sein. Im Duell mit den Rhein-Neckar Löwen, die Flensburg mit 23:26 unterlagen, geht es aber noch um Rang drei. 

Unnötige Niederlage

"Obwohl wir nicht gut gespielt haben, war diese Niederlage total unnötig. Trotz einer unterirdischen Wurfquote in der zweiten Halbzeit hatten wir das Spiel eigentlich im Griff. Aber allein zehn Bälle nach der Pause zu verwerfen, ist einfach zu viel, um hier zu bestehen", ärgerte sich SCM-Trainer Bennet Wiegert, der von vornherein ein zähes Spiel erwartet hatte und in seiner Vorahnung bestätigt wurde. Auch weil Piotr Chrapkowski aufgrund seiner Probleme an der rechten Schulter nach der Pause gar nicht mehr spielen konnte. Der ebenfalls angeschlagene Mads Christiansen, hat Schmerzen am linken Ellbogen, hielt aber wie erhofft tapfer durch und warf sogar vier Tore.

Wiegert tobt in der Auszeit

Nach vier Minuten lagen die Magdeburger gleich mit 1:3 zurück. Und als nach elf Minuten sogar ein 4:6 von der Anzeigetafel leuchtete, hatte Wiegert die Nase voll und nahm da bereits seine erste Auszeit. "Wir sind überhaupt nicht präsent und haben keinen Fokus auf das Spiel. Es kann nicht sein, dass der Schiri extra anzeigt, dass nur noch ein Pass gespielt werden darf und wir spielen zwei", schimpfte Magdeburgs Trainer.

Spiel gedreht

Diese Ansagen machten seine Spieler endlich wach. Innerhalb von acht Minuten drehten die Gäste das Spiel und führten auch dank einiger starker Paraden von Torwart Jannick Green mit 11:7 (19.). Doch selbst dieser 7:1-Lauf gab den Grün-Roten keine Sicherheit. Und nur fünf Minuten später glich Erlangen mit einem 4:0-Lauf wieder aus. 

Quenstedt für Green

Nachdem es mit einem 15:15 in die Pause ging, wechselten die Magdeburger den Torwart. Dario Quenstedt bestätigte das dann auch gleich mit einigen guten Paraden. Auch deshalb konnte sich der SCM erst einmal mit 18:15 (37.) absetzen. Doch damit standen die Zeichen immer noch nicht auf Sieg. 

Chance zum Ausgleich vertan

Im Gegenteil. Weil die Magdeburger ihre Angriffe nicht konsequent genug nutzten, kamen die Gastgeber wieder ran. Und fünf Minuten vor Schluss lag der SCM plötzlich sogar mit 23:24 hinten. Zweimal gelang dem SCM danach zwar noch der Ausgleich. Beim 25:26 hatten die Gäste 18 Sekunden vor Schluss zwar noch einmal den Ball. Aber weil der Wurf von Michael Damgaard in der Erlanger Abwehr hängen blieb, konnten die Gastgeber am Ende jubeln und der SCM kehrte wie schon letzte Saison mit Frust aus dem Frankenland zurück. 

Statistik zum Spiel

HC Erlangen - SC Magdeburg 26:25 (15:15) 

HC Erlangen: Gruchalla (6/2), Schröder (5), Büdel (5/1), Overby (4), Link (3), Thümmler (1), Theilinger (1), Bissel (1)

SC Magdeburg: Musche (5/2), O'Sullivan (5), Pettersson (4/1), Damgaard (4), Christiansen (4), Bezjak (2), Musa (1)

Zuschauer: 4812