Alingsas/Magdeburg l Mit Daniel Pettersson und Tobias Thulin tragen zwei Schweden das SCM-Trikot. Völlig klar, dass sich beide besonders auf das dritte Gruppenspiel in der European Handball League am Dienstagabend bei Alingsas in Schweden freuen (18.45 Uhr, DAZN). „Ich kenne die Mannschaft ganz gut. Da sind viele junge, talentierte Spieler dabei. Geschenkt bekommen wir dort nichts“, weiß Pettersson. Und Thulin warnt: „Die spielen ähnlich schnell wie wir und setzen auf Tempo-Handball.“

Vor einer Woche spielte Thulin im Heimspiel gegen ZSKA Moskau sogar durch, weil Jannick Green immer noch Probleme mit dem rechten Knie hatte. Beim Training unter der Woche konnte Green aber schon wieder zwischen den Pfosten stehen. Und gerade in fremder Halle ist es unheimlich wichtig, auf zwei starke Torhüter bauen zu können. „Jannick tut es zwar noch ein bisschen weh. Aber er ist auf einem guten Weg“, verrät Tomas Svensson.

Torwarttrainer nicht dabei

Der Torwarttrainer hat zwar auch einen schwedischen Pass, muss aber auf einen Ausflug in seine alte Heimat verzichten. „Ich habe keinen festen Wohnsitz in Deutschland und müsste bei der Rückkehr nach Magdeburg deshalb erst einmal in Quarantäne. Aus diesem Grund kann ich derzeit ja auch nicht nach Barcelona. Das ist natürlich nicht so schön, weil ich meine Kinder dadurch nicht sehen kann“, erklärt Svensson, der in seiner aktiven Zeit ein festes Zuhause in Barcelona gefunden hat.

Obwohl der 52-Jährige in seiner glanzvollen Karriere (u.a. zweimal Weltmeister, dreimal Europameister, sechsmal Champions-League-Sieger) nur als ganz junger Spieler selbst in Schweden bei Eskilstuna gespielt hat, verfolgt er die Liga in seiner Heimat immer noch aufmerksam. Svensson: „Alingsas profitiert davon, dass es um Göteborg herum viele kleine Handballvereine und dadurch gute Handballer gibt. Seit zwölf Jahren ist der Club auch eine feste Größe in der Liga und ist 2009 und 2014 sogar Meister geworden. Sie haben auch schon viele gute Spieler herausgebracht, die inzwischen in der Bundesliga spielen. Wie beispielsweise Max Darj beim Bergischen HC.“

Aggressive Gastgeber

Auch Trainer Mikael Franzen kennt Svensson ganz gut und lobt: „Ein guter Mann, der ja auch Co-Trainer der schwedischen Nationalmannschaft ist. Alingsas spielt aggressiv und setzt auf eine gute Abwehr, um ins Tempospiel zu kommen. Das könnte also eine torreiche Partie werden.“„

Zuletzt lief es bei Alingsas in der heimischen Liga aber überhaupt nicht. In Varberg wurde am Wochenende mit 28:30 verloren. Zwei Tage zuvor gab es in eigener Halle ein frustrierendes 18:29 gegen Aranas. Svensson: „Das ist in Schweden momentan ganz komisch. Da schlägt fast jeder jeden. Dadurch ist es in der Tabelle richtig eng. Zwischen dem Spitzenplatz und Rang fünf, auf dem Alingsas steht, sind es nur vier Punkte.“

Besonderes Spiel für Thulin

Dass es bei Thulin vor einer Woche gegen Moskau gut lief, freut den Torwart-Coach natürlich. Svensson: „Durch die Verletzung von Jannick hatte er viele Spielminuten. Und das hat er gegen Moskau ganz ordentlich gemacht.“ Vor allem in der ersten Halbzeit, als neun Paraden notiert wurden.

Svensson: „Er bringt körperlich unglaublich viel mit. Seine langen Arme hätte ich mir auch gewünscht. Woran er noch arbeiten muss, ist die Ausstrahlung. Denn du musst als Torwart immer etwas darstellen.“ Ein Torwart kann mit seinen Paraden auch emotional am besten die Mitspieler und Zuschauer mitreißen. Svensson: „Silvio Heinevetter beispielsweise reißt mit einer tollen Parade sein Team und die gesamte Halle mit.“

An Motivation dürfte es dem eher introvertierten Thulin heute aber nicht fehlen. Schließlich hat er vor seinem Wechsel zum SCM lange Jahre in Göteborg bei Redbergslids gespielt. Und die Duelle gegen Alingsas haben Derby-Charakter. Thulin: „Das ist schon ein besonderes Spiel für mich. Schade nur, dass keine Zuschauer dabei sein dürfen.“