Magdeburg l Wer wissen will, warum Matthias Musche nach dem Spiel gegen den HC Erlangen ausgerechnet auf Michael Kraus vom TVB Stuttgart angesprochen wurde, der muss einen Blick in die vergangene Woche werfen. Da hatte Kraus nämlich 18 Treffer gegen die TSV Hannover-Burgdorf erzielt. Den Ligarekord vom Hamburger Stefan Schröder aus dem Jahr 2009 verpasste der ehemalige Nationalspieler ziemlich knapp um drei Tore.

Erneute 16-Tore-Gala

Mit dem Hashtag „Mein Arm brennt wie Sau“ hat Kraus danach ein Foto im sozialen Netzwerk Instagram versehen, das ihn beim Torjubel zeigt. Ob der Arm von Matthias Musche am Sonntagnachmittag auch gebrannt hat – wer weiß. Doch nach seiner erneuten 16-Tore-Gala gegen den HC Erlangen ließen die ersten Fragen nach Kraus nicht lange auf sich warten. Vielleicht ist ja dessen Auftritt ein extra Ansporn für Musche gewesen. „Nein, das hatte ich nicht im Hinterkopf“, sagt dieser und lacht, „ich wollte meine Leistung bringen, der Mannschaft helfen – und das hat gut geklappt.“

So gut, dass er nach 43 Minuten schon sein 100. Saisontor erzielte und die Torjägerliste der Bundesliga somit weiterhin souverän mit insgesamt 107 Treffern anführt. „Das freut mich, keine Frage. Nur bringt es ja nichts, wenn ich jetzt nicht mehr treffe. Also geht es immer weiter“, gibt Musche die Marschrichtung vor. Denn: „Noch ist nichts erreicht. Wir machen weiter und müssen ja auch weitermachen.“

Pause kommt ungünstig

Erst einmal allerdings steht die Länderspielpause bevor, in der es für Musche und seinen Vereinskollegen Dario Quenstedt zum Lehrgang nach Wetzlar geht. Dort steht am Mittwoch ein Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft 2020 gegen Israel an, bevor am Sonntag in Pristina die Auswärtspartie gegen den Kosovo folgt.

„Die Nationalmannschaftspause kommt für uns eigentlich zu einem doofen Zeitpunkt“, meint der Linksaußen, „denn wenn es läuft, ist es besser, wenn man ein Spiel nach dem anderen hat.“

Im Nationalteam zeigen

Doch mit Blick auf die nahende Heim-Weltmeisterschaft (10. bis 27. Januar 2019) gilt es jetzt eben auch, sich im DHB-Team zu empfehlen. „Es ist immer eine große Chance und eine große Ehre, für die Nationalmannschaft zu spielen“, sagt Musche. Jeder wolle sich in dieser Woche zeigen. „Und ich werde das auch wieder versuchen und Vollgas geben. Hoffentlich klappt es dann.“

Seine Leistungen beim SC Magdeburg sind auch den DHB-Verantwortlichen nicht verborgen geblieben. Allen voran Vizepräsident Bob Hanning, der in Musche einen Spieler sieht, der das Team prägen und die Massen mitreißen kann. „Typen wie Matthias Musche und Patrick Wiencek (THW Kiel/d. Red.) haben durchaus auch das Potenzial, die Menschen zu begeistern. Durch sportliche Leistung, aber eben auch durch ihre Emotionalität und ihr sympathisches, unverstelltes Auftreten“, sagt Hanning gegenüber dem Sport-Informations-Dienst.

Freude auf den SCM

Musche blickt indes schon etwas voraus. „Ich hoffe, dass alle verletzungsfrei von ihren Nationalmannschaften zurückkommen“, betont er. Denn wenn die Pause mit dem DHB-Team vorbei ist, „freue ich mich darauf, dass es hier mit dieser geilen Mannschaft weitergeht.“

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