Magdeburg l Beim SC Magdeburg muss ordentlich umgeplant werden. Weil sich die Mannschaft durch den positiven Corona-Befund am Donnerstag vorsichtshalber in häusliche Quarantäne begab, wird dafür heute trainiert. Auch morgen Nachmittag ist Training angesagt. Danach geht es auf den rund 16-stündigen Trip über knapp 1000 Kilometer nach Alingsas in Schweden. Von Magdeburg aus fährt die Mannschaft nach Puttgarden. Von dort aus mit der Fähre nach Dänemark. Am Montagvormittag sind die Grün-Roten dann vor Ort bei ihrem nächsten Europacup-Gegner.

Nachdem sich der positive Corona-Test eines Spielers als falscher Alarm erwies, war kurz angedacht worden, das abgesagte Spiel gegen Essen gleich am Wochenende neu anzusetzen. Aber das ist vom Tisch, weil so kurzfristig keine TV-Übertragung gewährleistet werden konnte.

Spielabsage war völlig korrekt

Manch einer dürfte sich auch fragen, warum man mit der Spielabsage eigentlich nicht bis zur endgültigen Klärung des Corona-Falles gewartet hat. „Erstens gibt es eine Meldepflicht vom Labor ans Gesundheitsamt, womit schon mal klar ist, dass man so etwas nicht geheimhalten kann. Und da wir am Dienstag noch gegen Moskau im Einsatz waren, kam auch nicht infrage, nur den betreffenden Spieler zu isolieren und trotzdem anzutreten. So etwas wäre verantwortungslos. Denn in so einer sensiblen Zeit muss man besser erst einmal vom schlimmsten Fall ausgehen“, erklärt Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt und ergänzt: „Es geht ja auch darum, die Infektionsketten zu unterbrechen. Selbst wenn Spieler keine Symptome entwickeln, muss verhindert werden, dass das Virus an andere weitergegeben wird. Und wir haben in Magdeburg ein offenes und ehrliches Verhältnis zu den Behörden. Da wird nicht getrickst.“

Keine Vorwürfe ans Labor

Vor dem SCM gab es auch schon bei anderen Profis positive Testergebnisse, die sich dann doch als negativ herausstellten. Bei Fußball-Zweitligist Heidenheim waren es gleich vier Spieler. Beim FC Bayern wurden Niklas Süle und Serge Gnabry schon falsch getetest. Das hat aber nichts damit zu tun, dass im Labor schlecht gearbeitet wird. Die sogenannten falsch-positiven PCR-Tests kommen zustande, weil nur eine Genauigkeit von rund 98 Prozent gewährleistet werden kann. Denn es gibt auch verschiedene Untergattungen der Corona-Viren. Und da kann es durch Ähnlichkeiten in der Viruserbsubstanz auch mal zu ungenauen, nicht eindeutigen Ergebnissen kommen.

Schmedt: „Von uns gibt es deshalb keinerlei Vorwürfe. Bei so einem komplizierter Test ist eine Fehlertoleranz ganz normal. Und bisher waren ja auch alle anderen unserer 550 Tests von vornherein eindeutig.“