Magdeburg l Die Fans des SCM wollten ihr Team nach der Schlusssirene gar nicht mehr von der Platte lassen. Eine Jubelwelle folgte der nächsten. Ihre Jungs hatten zwar mit dem 31:25 (14:9) gegen Erlangen „nur“ den erwarteten Pflichtsieg eingefahren. Aber die 6408 Anhänger in der Getec-Arena huldigten natürlich auch noch dem grandiosen Sieg beim Pokal-Achtelfinale in Flensburg (31:28). 

SCM-Trainer Wiegert erleichtert

„Ich bin heilfroh über die zwei Punkte. Nach dem emotionalen Highlight im Pokal und der bevorstehenden Pause war mir klar, dass das gegen Erlangen nicht so einfach werden wird“, analysierte SCM-Trainer Bennet Wiegert erleichtert. So kam es dann auch. Die Gäste wehrten sich tapfer. Und die Grün-Roten kamen zunächst nicht so richtig in ihr gefürchtetes Tempospiel. Nach elf Minuten leuchtete nur ein 3:3 an der Anzeigetafel. Als Daniel Pettersson per Siebenmeter auf 7:5 und Piotr Chrapkowski auf 8:5 (jeweils 17.) erhöhten, konnten sich die Magdeburger erstmals etwas absetzen.

Fünf Minuten später war das Ergebnis kurzzeitig Nebensache. Daniel Pettersson bekam bei einer Abwehraktion den Finger eines Gegenspielers ins linke Auge und musste am Boden liegend auf der Platte behandelt werden. Schon zur Halbzeit wurde er zur Untersuchung vorsichtshalber ins Krankenhaus gefahren, während seine Teamkollegen bis zur Pause eine Fünf-Tore-Führung herausgeworfen hatten.

SCM setzt sich ab

Für Magdeburgs Spielmacher fast spielentscheidend. Marko Bezjak: „Wir haben bis zur Pause viel zu viele Chancen liegen lassen. Deshalb war es wichtig, trotzdem mit plus 5 Toren in die Kabine zu gehen. Hinten raus haben wir es dann souverän gemacht.“ Die Gäste aus Franken kämpften sich auch dank des künftigen Magdeburgers Christoph Steinert (mit sieben Toren am Ende bester Werfer seines Teams) noch einmal auf 17:14 (39.) heran. Doch damit war der Favorit genug gereizt. Mit einem 3:0-Lauf setzten sich die Magdeburger auf 20:14 (42.) ab. Mit einem Tor, das die Halle wackeln ließ. Robert Weber verhinderte mit einem Sprung in den eigenen Kreis ein Gegentor, und im Gegenzug wurde mit einer Traumkombi Albin Lagergren freigespielt, der kompromisslos einnetzte. Jannick Green: „Das war heute sicher nicht unser bestes Spiel. Aber mit unserem Zusammenhalt gewinnen wir am Ende doch.“

16 Tore von Musche

Nachdem der Widerstand der Erlanger endgültig gebrochen war, wurde das Spiel auch zur großen Tore-Show des Matthias Musche. Nach 43 Minuten traf er mit seinem insgesamt 100. Saisontor zum 21:15. Aber damit gab sich der 26-Jährige nicht zufrieden. Als Erlangen auf 27:23 (54.) verkürzte, drehte Musche noch mal richtig auf, erzielte drei weitere Tore und hatte am Ende 16 Treffer auf dem Konto. Das schaffte der Linksaußen auch schon Anfang September beim 32:27 gegen den Bergischen HC.

Entwarnung bei Pettersson

Die Freude war perfekt, als nach dem Spiel auch noch die Diagnose von Pettersson in die Kabine flatterte. Die Ärzte konnten beim Schweden Entwarnung geben. Der Rechtsaußen kam mit einer Prellung am Auge davon. Wenn die Schwellung über Nacht abklingt, kann er auch wie geplant zur Nationalmannschaft reisen. Genau wie sieben andere SCM-Akteure. Wiegert: „Wir treffen uns Montag in einer Woche wieder und bereiten uns dann auf das nächste Highlight vor.“ Denn am nächsten Spieltag (1. November) müssen die Magdeburger in Flensburg ran.

SCM - Erlangen 31:25 (14:9)

SCM: Green/Quenstedt – Musa 1, Chrapkowski 2, Musche 16/6, Kluge, Pettersson 2/2, de la Pena, Plaza Jimenez 1, Molina, Christiansen 1, Lagergren 5, O’Sullivan, Bezjak 2, Weber 1, Damgaard
Erlangen: Katsigiannis/Skof – Sellin 5/1, Överby 2, Gorpishin, Kellner, Büdel 1, Bissel 4, Mappes, Schletterer, Murawski 1, Schäffer 4, Link 1, von Gruchalla, Steinert 7/1, Thümmler
Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Berlin).
Zuschauer: 6408.
Siebenmeter: SCM 10/8 – Erlangen 4/2.
Zeitstrafen: SCM 2 – Erlangen 7