Magdeburg l Michael Damgaard hatte sich mit dem SC Magdeburg nach der Europameisterschaft besonders viel vorgenommen. In der Bundesliga war der Titelgewinn in greifbarer Nähe – nur zwei Punkte trennten die Magdeburger vom Spitzenreiter THW Kiel. Doch nach den drei Partien gegen Flensburg (23:29), Hannover (30:30) und Berlin (24:25) wirft der Däne einen abgeklärten Blick auf die Situation.

„Ich würde auf die Frage, ob wir immer noch Chancen haben, um die Meisterschaft mitzuspielen, gerne Ja sagen“, meint er, „aber alle wissen doch, wie schwer das jetzt ist.“ Mit nur einem Punkt aus drei Spielen rutschte der SCM auf Rang fünf ab. „Gerade die Niederlage gegen die Füchse war sehr hart“, berichtet Damgaard. Der direkte Konkurrent aus der Hauptstadt hat nun im Rennen um die Champions-League-Plätze die Nase vorn: „Wir haben vorher gesagt: Derjenige, der gewinnt, wird im Kampf um die Champions-League-Plätze eine bessere Ausgangsposition haben“, stellt der Berliner Sportvorstand Stefan Kretzschmar noch einmal die Wertigkeit der Partie heraus.

Ausgeglichenheit als Hoffnung

Der SCM, und auch das betont Damgaard, wird deshalb aber nicht aufgeben. „Es gibt wieder neue Möglichkeiten, Spiele zu gewinnen. Das Leben geht weiter. Ich gehe genauso professionell an jede Partie ran, mache meinen Job weiter – und jeder andere macht das genauso.“

Auf die Ausgeglichenheit der Liga können die Grün-Roten weiterhin setzen – nur verlassen sollten sie sich nicht darauf. Zwar hätte kaum jemand gedacht, dass beispielsweise die Füchse in der Hinrunde in Balingen verlieren oder Flensburg in Wetzlar und Stuttgart Punkte liegen lässt. Es sind also die vermeintlich schwächeren Mannschaften aus dem Mittelfeld, die für die Top-Teams zu Stolpersteinen wurden und noch werden können.

Für die Mannschaft von Bennet Wiegert heißt das allerdings im Umkehrschluss auch, dass sie sich in genau diesen Partien keinen Ausrutscher mehr erlauben darf. Also auch nicht am Donnerstagabend (19 Uhr), wenn DHfK Leipzig in der Getec-Arena antritt. „Sie werden ohne Punkte wieder nach Hause fahren“, ist sich Damgaard sicher.

Bestenfalls eine Siegesserie starten

Der 29-Jährige hält nicht viel davon, einer vertanen Möglichkeit hinterherzutrauern. Das „Von-Spiel-zu-Spiel-Denken“ sei jetzt noch mehr als sonst die richtige Einstellung. „Bestenfalls folgt auf einen Sieg der nächste Sieg und so weiter. Und dann werden wir sehen, wohin uns dieser Weg führt.“

Auf den Rückraumspieler und seine Wurfgewalt wird es auch heute wieder ankommen. Durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Spielmacher Marko Bezjak und Albin Lagergren im rechten Rückraum muss Neuzugang Kay Smits schnellstmöglich in das Spielsystem finden. Wenn es da hapert, bleibt oft nur der Pass zu Damgaard, der abschließt. Gegen Flensburg (7 Tore/12 Würfe), Hannover (6/13) und Berlin (5/12) war er jeweils der beste Werfer. Wobei auch er bei der Trefferquote noch Luft nach oben hat.

Druck auf Damgaard ist immer groß

„Im Rückraum können wir zurzeit nicht auf alle Spieler zurückgreifen. Dass dadurch mehr Verantwortung auf mir lastet, sehe ich aber nicht so“, sagt Damgaard. „Der Druck ist genauso hoch wie in den vergangenen fünf Jahren.“ Und wird in der jetzigen Situation sicher nicht weniger. Gut, dass Damgaard seinen Humor nicht verloren hat. „Stand jetzt haben wir einfach nur drei sehr schwere Spiele weniger als vorher“, sagt er und lacht.

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