Magdeburg l Dass die SCM-Handballer Pokal richtig gut können, haben sie in den letzten Jahren oft genug bewiesen. Seit 2015 sind die Grün-Roten jetzt zum vierten Mal bei den Final-Four-Turnieren in Hamburg dabei. Vor drei Jahren holten sie sogar überraschend die silberne Trophäe.

Trainer war auch damals schon Bennet Wiegert. Und weil den Magdeburgern 2016 im Finale gegen Flensburg keiner den großen Coup zugetraut hätte, will Wiegert von einem Pflichtsieg am Sonnabend im Halbfinale gegen Hannover-Burgdorf (15.50 Uhr, Sky und ARD) überhaupt nichts wissen.

Hannover ist "Wundertüte"

„Ich bleibe dabei und hätte mir bei der Auslosung lieber die Füchse im Halbfinale gewünscht. Da hätte ich gewusst, auf was wir uns einstellen müssen. So aber wartet eine echte Wundertüte auf uns“, erklärte Wiegert vor der Abfahrt in den Norden.

Wundertüte ist das richtige Wort. Denn aus Hannover gibt es die wildesten Personal-Gerüchte. Angeblich wird dort für den Notfall sogar mit den Comebacks des Sportlichen Leiters Sven-Sören Christophersen und Co-Trainer Iker Romero geplant. Beide wurden schon vor der Saison als Standby-Spieler gemeldet und hätten deshalb die sofortige Einsatz-Berechtigung.

SCM ist Favorit

Durch die Verletzungen von Linksaußen Cristian Ugalde und Kreisläufer Ilija Brozovic (beide Muskelfaserriss) fallen dem Halbfinal-Gegner des SCM nämlich zwei ganz wichtige Spieler aus. Für Ugalde soll möglicherweise Lars Lehnhoff, der nach Beschwerden an der Patellasehne zuletzt pausierte, schneller als gedacht wieder auf der Platte stehen. Und weil mit Brozovic der zentrale Abwehrmann fehlt, soll möglicherweise Christophersen aushelfen. Wiegert: „Da gibt es die krassesten Theorien, was die Vorbereitung für uns schon viel schwerer macht. Ich muss bei der Videoeinweisung etliche Varianten berücksichtigen. Hannover wird durch die Ausfälle ja taktisch ganz anders agieren als bei ihrem letzten Bundesligaspiel.“

Aber egal, wen die Recken letztendlich wirklich auf die Platte schicken – der SCM bleibt klarer Favorit. Wer die Flensburgern aus dem Pokal wirft und die erste Saisonniederlage in der Meisterschaft zufügt, kann sich dagegen nicht wehren. „Wir sind letztes Jahr mit einer noch längeren Erfolgsserie nach Hamburg gefahren und im Halbfinale dann klar an den Löwen gescheitert“, hält Wiegert dagegen. Er will den Sieg gegen Flensburg nur „als gutes Gefühl und wichtig für das Selbstvertrauen“ werten.

SCM bereitet sich akribisch vor

Beim Final Four läuft schließlich vieles auch im mentalen Bereich ab. Wiegert: „Das ist eindeutig das größte nationale Handball-Event. Deshalb ist es schon eine große Sache, hier überhaupt wieder dabei sein zu können. Aber wir dürfen es bei aller Besonderheit auch nicht größer machen, als es ist. Wir müssen in Hamburg die Ruhe bewahren und cool rangehen. Es geht bei diesem Turnier schließlich nicht um Leben oder Tod. Deshalb sollten wir da nicht überpacen, sondern es einfach nur genießen.“

Ob vor dem Halbfinale gegen Hannover oder vor dem Finale gegen Kiel oder die Füchse – die Vorbereitung ist nicht anders als zuletzt beim Spiel gegen Bundesliga-Schlusslicht Ludwigshafen. Wiegert: „Der Zeitaufwand und die Akribie sind genauso groß. Auch Kiel und die Füchse interessieren mich nur am Rande. Denn es geht erst einmal nur darum, am Sonntag noch ein Spiel zu haben.“

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