Der Motorsport in der Rolandstadt hat sein Zuhause gefunden. Nach einigen Vorab-Treffen wurde am Donnerstag der MSC Burg auf seiner Mitgliederversammlung offiziell gegründet. Die eigentliche Arbeit beginnt damit jedoch erst.

Burg l Sie werden Burchard Lenz sicher einen herzlichen Empfang bereiten. Im Mai, spätestens Juni, wird der 77-jährige Enduro-Pilot noch einmal in die Stadt der Türme reisen. Verläuft alles nach Plan, dürfte es für ihn das letzte Mal in der Rolle des Helfers bei der ADAC-Geländefahrt sein. Zukünftig wird man ihn dann nur noch als Besucher oder trotz seines beachtlichen Alters als Pilot beim großen Motorsportereignis in der Kreisstadt antreffen.

Denn eigentlich wollte sich Lenz, der für den niedersächsischen MSC Munster startet, schon unlängst vom Helferposten zurückziehen. "Für die 20. Auflage am 11. und 12. August konnten wir ihn noch einmal für den Aufbau der Strecke und zur Beschilderung gewinnen", sagt Michael Kahlfuss. Während sich das Aufgabengebiet von Lenz also künftig verkleinern soll, erlebt jenes des Rallye-Piloten und Fahrschul-Inhabers aus Möser eine Erweiterung. Zusammen mit Frank Geßner wird er die Spitze des Motorsportclubs Burg bilden. Der Burger Taxiunternehmer Geßner in der Rolle als 1. Vorsitzender, "Mika" Kahlfuss als Stellvertreter.

Seit Donnerstagabend ist amtlich, worauf das Duo und knapp 50 Motorsportbegeisterte aus Burg und Umgebung seit längerer Zeit draufhin gearbeitet haben: Der MSC Burg ist bei seiner Mitgliederversammlung offiziell aus der Taufe gehoben worden. Ein Notartermin und die Eintragung ins Vereinsregister sollen dies in den kommenden Wochen besiegeln. Dann kommt zudem das Kürzel "e.V." hinzu. Die passende Satzung wurde bei der Versammlung im Vereinsheim des Burger BC 08 verabschiedet, ein Vorstand gewählt.

Der Motorsport in Burg steht also ab sofort auf eigenen Füßen, oder um im beim Begriff zu bleiben: auf eigenen Rädern. Weil aber aller Anfang schwer ist, stehen dem Verein noch einige helfende Hände zur Seite, etwa die des befreundeten MSC Munster, der in den vergangenen Jahren federführend bei der Organisation der Burger Geländefahrt war. Dessen Vorsitzender Wilfried Meine, zugleich Motorsport-Referent im Automobilclub ADAC, stand dann auch bei der Gründungssitzung am Donnerstag beratend zur Seite. Meine zeigte sich sogleich begeistert über den Tatendrang der Kollegen aus dem Jerichower Land: "Es freut mich, dass vor allem so viele junge Leute Interesse zeigen, den Motorsport in Burg voranzubringen."

Vorerst aber muss sich der Club selbst noch etwas voranbringen: den Beitritt in den ADAC vollziehen, seinen Namen einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren, neue Mitglieder gewinnen. "Willkommen ist bei uns eigentlich jeder. Ob er sich für Zwei- oder Vierräder interessiert, ob derjenige ein Fahrzeug besitzt oder nicht, ob er als Fahrer oder Helfer mitwirken will - das spielt dabei keine Rolle", so Kahlfuss. Ebenso wie die eigene Interessenlage sei auch das Alter nebensächlich. Burchard Lenz, der Enduro-Senior aus Munster, wird mit seinen 77 Jahren sicher wissend nicken.