Güsen l Ungläubige Blicke kreuzten sich auf dem Güsener Sportplatz an der Heinrich-Heine-Straße. Zuschauer, Spieler und Trainer wussten nicht so recht, was Sache ist, als Wanzlebens Keeper Danny Hinze wie folgt lamentierte: „Ich habe den Ball hinter dem Tor hervorgeholt“, hallte es in Richtung der Mittellinie. Auch das Schiedsrichterteam um Stefanie Wenslau wirkte kurze Zeit ratlos, da sie auf Tor entschieden hatte. Was war da kurz vor Spielende los in Güsen? Wenige Minuten später folgte dann die Aufklärung. Und tatsächlich hatten beide Parteien Recht. Stattdessen war das Tornetz der eigentliche „Übeltäter“. Christian Vormeister hatte bei seinem 3:1 wohl exakt die undichte Stelle im Gäste-Kasten entlarvt, oder eben mit seinem strammen Schuss erst für das Loch im Tornetz gesorgt.

Güsen investiert mehr

Als Alibi für die Niederlage des SV Blau-Weiß taugte das „kaputte“ Tor ohnehin nicht. Güsen hatte insgesamt mehr Chancen, mehr Ballbesitz und investierte mehr ins eigene Spiel. „Daher haben wir heute verdient gewonnen“, kommentierte Germania-Trainer Mathias Tesch kurz nach Abpfiff. Er lobte auch die Einstellung seiner Mannschaft, die trotz der Temperaturen bis zum Schluss „ein hohes Tempo“ gegangen sei. Gleichzeitig blickte Tesch auf die erste Halbzeit zurück und attestierte seinem Team etwas Glück. „Wanzleben hatte zwei Kopfballchancen. Trifft der Spieler den Ball genauer, hätte das Ganze auch anders ausgehen können.“

Vormeister sorgt für Entscheidung

So blieb es beim alten Spielhergang. Hussein Jawid markierte das 1:0 (35.). Nachdem Güsen das Spiel machte, glich Empors Kapitän Kevin Liehr per Freistoß zum 1:1 aus (65.). Über links setzte Max Golz einige gute Akzente, schoss den Ball unter anderem an die Latte. Nach ein, zwei hitzigen Diskussionsrunden aufgrund etwas forsch geführter Zweikämpfe, köpfte Tobias Pohl das Leder nach einem Standard zum 2:1 ins Tor (88.). Im Gegenzug landete der Ball im Tor von Tobias Richter, jedoch aus einer Abseitsstellung. Güsen behielt die Führung und sollte sie kurz darauf noch ausbauen. Ein Konterangriff mündete in eine Einzelaktion von Christian Vormeister, der auf das Gästetor zudribbelte und in Torjägermanier zum spielentscheidenden 3:1 vollendete (92.). Ein Treffer, der berechtigterweise zählte, wie sich später herausstellte.

Güsen: Richter – Krüger (63., Dietert), Heinrich, Pohl, Schüßler, Huth, Vormeister, Jawid (90., Grünenbaum), Linnecke, M. Golz, Truetsch

Wanzleben: Hinze – Wiegel (58., T. Liehr), Weidling, Peschek, Hellrung, Thielemann (73., Krätzig), Neuendorf, Elling, Ebert, Pinkernelle, K. Liehr

Tore: 1:0 Hussein Saed Jawid (35.), 1:1 Kevin Michael Liehr (65.), 2:1 Tobias Pohl (88.), 3:1 Christian Vormeister (92.); SR: Stefanie Wenslau, Christoph Blasig, Philipp Eggert; ZS: 30