Güsen l Der Norden des Jerichower Landes scheint sich allmählich wieder zur Handball Hochburg zu entwickeln, zumindest was den Frauen-Handball angeht. Zur kommenden Saison startet die Damenmannschaft des der Güsener HC wieder im Spielbetrieb und will in der 2. Nordliga für spannende Begegnungen sorgen.

Dazu steht Trainer Thomas Prause ein Kader von elf Spielerinnen zur Verfügung. Weil Ehrgeiz allein die dünne Personeldecke nicht kuscheliger macht, soll aus der weiblichen B-Jugend Unterstützung kommen – zumindest, falls es Ausfälle notwendig machen. „Verletzungen aufgrund unserer Handballleidenschaft hatten wir in der Vergangenheit irgendwie alle. Deswegen ist es wichtig für uns, mit gezieltem Muskelaufbau, vor allem was Knie und Schuler angeht, entgegenzuwirken. Ich denke aber, da spreche ich für jeden Handballer und deswegen sind wir sehr froh, dass die B-Jugend hinter uns steht“, zeigt sich Kreisläuferin Ronja Müller dankbar.

Jugend soll aushelfen

Das Training findet bereits seit einigen Wochen gemeinsam statt und bis zum anvisierten Saisonstart am letzten September-Wochenende ist noch einiges zu tun. Mit einer langwierigen Findungsphase muss sich das Team allerdings schon mal nicht aufhalten. Immerhin spielen die GHC-Frauen schon seit 2017 in bewährter Konstellation zusammen. Nachdem sich die Frauen aus Burg und Parey aufgrund von Personalmangel auflösten, fanden einige Spielerinnen wie Müller den Weg nach Güsen.

Gemeinsame Erfahrungen in der 2. Nordliga kann ein Großteil der Mannschaft vorweisen. Von 2017 bis 2019 duellierte sich der GHC mit der Gegnerschaft von Neuferchau bis Haldensleben. Nach einem Jahr Pause soll ein neuer Angriff gestartet werden, wenngleich der Neustart aufgrund der Kadersituation erschwert wird: „Wenn wir noch ein paar spielwillige Handballerinnen für uns begeistern könnten, würden wir uns natürlich sehr freuen. Dabei ist Erfahrung erst mal unwichtig, die kommt am Ende nämlich von ganz allein“, schmunzelt Müller.

Eine größere Baustelle tut sich dabei aktuell noch in Sachen Wurfgewalt auf: „Am meisten fehlt uns jemand, der sich im Rückraum durchsetzen kann.“ Die Ziele für die kommende Saison sind nichtsdestotrotz hoch gesteckt: „Wir wollen oben angreifen. Die Spielzeit 2018/2019 haben wir auf Platz fünf abgeschlossen und möchten es auch diesmal wieder ins obere Drittel schaffen. Wir rechnen uns gute Chancen aus und denken, dass das intensive Training Früchte trägt“, zeigt sich die Kreisläuferin optimistisch.

Im Blickpunkt: das Derby

Das Training unter Coach Prause gestaltet sich natürlich vor allem in der aktuellen Vorbereitungsphase kraftraubend, bringt allerings auch großen Spaß. Darin sind sich die Spielerinnen einig. „Unser Zusammenhalt ist großartig, aber wir sind auch ehrgeizig“, hebt Müller hervor. Besonderes Augenmerk gilt in der kommenden Saison natürlich den Derbys mit den „Chemikerinnen“. „Die Mädels aus Genthin sind ja im letzten Jahr auch aus dem Kalten heraus gestartet und haben gute Arbeit geleistet. Wir freuen uns mit ihnen über diese Entwicklung, aber das Derby wollen wir natürlich trotzdem für uns entscheiden.“