Burg l Auch ohne genaue Zahlen lässt sich festhalten, dass die Schnittmenge von Familienvätern, großen Brüdern, Cousins und Freizeit-Fußballern eine gewaltig große ist. Jürgen Schulze hat die Zwickmühle daher frühzeitig ausgemacht: „Terminlich war es nicht leider anders möglich, als den ersten Spieltag auf das Einschulungswochenende zu legen“, berichtet der Spielobmann sowie Vizepräsident im Kreisfachverband Fußball Jerichower Land (KFV) und zugleich Staffelleiter der Kreisoberliga. Wenn für rund 19 000 Abc-Schützen in Sachsen-Anhalt am Sonnabend, 29. August, der Ernst des Lebens beginnt, droht auch in vielen Haushalten zwischen Jerichow und Gommern ein unmöglicher Spagat.

Kaum verwunderlich also, dass sich mit der Spielgemeinschaft Germania Güsen/SV 90 Parey und der DSG Eintracht Gladau die ersten Kreisoberliga-Clubs bereits bei Schulze gemeldet haben. Beide weichen daher auf den Freitagabend aus und bestreiten demnach ab 18.30 Uhr das offizielle Eröffnungsspiel. „Ich gehe davon aus, dass weitere Vereine folgen werden und lieber auf den Freitag oder Sonntag ausweichen“, so der Staffelleiter. Die Chance dazu haben Vertreter der 13 Mannschaften am Montag, 24. August. Dann findet im Sportlerheim Bergzow der Staffeltag für Männerteams im kreislichen Maßstab statt. „Und das ist die einzige kostenfreie Gelegenheit, um Verlegungswünsche zu äußern.“

Dennoch: Mit dem Rahmenterminplan und dem vorläufigen Match-Kalender steht das Grundgerüst, an dem nicht mehr viel gerüttelt werden soll. 26 Spieltage sind zwischen Ende August 2020 und Juni 2021 angesetzt. Da Borussia Genthin und Grün-Weiß Möser die Liga in Richtung Landesklasse verlassen haben und mit Blau-Weiß Loburg nur ein Neuling aus der Kreisliga aufrückt, gehen insgesamt 13 Teams in der höchsten Spielklasse des Kreises auf Torejagd. Die ungerade Anzahl führt dazu, dass jeweils eine Mannschaft pro Wochenende spielfrei bleibt.

Zurück zur Normalität

Nachdem die üblichen Regelungen zu Auf- und Abstieg in der verkürzten „Corona-Saison“ 2019/2020 ausgesetzt wurden, geht mit der neuen Spielzeit in erster Linie auch die Hoffnung auf Rückkehr zum gewohnten Spielbetrieb einher. Die Auswirkungen einer möglichen zweiten Epidemie-Welle spielten natürlich bei den Planungen eine Rolle –immerhin sind im engmaschigen Zeitplan bis zu fünf Wochenenden für Nachholspiele vorgesehen –, doch überwiegt beim KFV die Zuversicht, die neue Spielzeit regulär über die Bühne zu bringen. Das bedeutet auch: „Wir sind bestrebt, die Kreisoberliga wieder auf die Sollstärke von 14 Mannschaften zu bringen. Die Auf- und Abstiegsregelungen werden entsprechend angepasst“, erläutert Schulze.

Da am Ende der Serie 2020/2021 allein in der Landesliga bis zu fünf Teams in den sauren Apfel beißen könnten und sich das Szenario über die Landesklasse-Staffeln 1 und 2 bis in die Kreisoberliga fortsetzt, dürfte diesmal nicht nur im Rennen um die Kreismeisterkrone, sondern auch im Abstiegskampf manch erbitterter Schlagabtausch warten.