Genthin l Was passiert, wenn man im Fußball seine Chancen nicht nutzt? Richtig, der Gegner bestraft Fahrlässigen spätestens in der Schlussphase. Genauso passierte es am Sonnabend auch an der Berliner Chaussee, wo der FSV Borussia Genthin in der Landesklasse II gegen den gastierenden HSV Medizin Magdeburg allein im ersten Durchgang sechs Großchancen liegen ließ. Ein spätes Tor zum 1:1 (0:0) brachte die Gäste zum schmeichelhaften Punkt.

Tor wie zugenäht

Es war die pure Verzweiflung. Als Thomas Gronwald zum vierten Mal am HSV-Keeper scheiterte, deutete er schon so etwas wie einen Wechselwunsch in Richtung Trainerbank an. Doch Vater Detmar Gronwald dachte keine Sekunde daran. „Komm, weiter geht‘s“, rief er vom Spielfeldrand, in der Hoffnung dass sein Stürmer doch noch zu seinem Glück findet. Doch sinnbildlich für die Situation eines Abstiegskandidaten sollte es einfach nicht sein.

„Wenn du fast ganz unten stehst, dann fällt es dir extrem schwer, aus sieben Chancen eine rein zu machen. Das fällt den Teams von oben viel leichter“, stellte Spieler Tobias Wolf fest. Der Ex-Trainer stellte sich einmal mehr in den Dienst der Mannschaft.

Gäste-Keeper hält überragend

Mit simplen, aber wirkungsvollen hohen Bällen aus dem Halbfeld versuchte es der FSV sehr häufig. Vorn lauerten meist Thomas Gronwald oder Julien Zander, die in den Laufduellen von der Magdeburger Hintermannschaft nicht zu stoppen waren. In den Abschlüssen der Genthiner fehlte aber die Genauigkeit. Aber auch Gäste-Keeper Rene Kowalewski hatte großen Anteil an der schlechten Tor-Quote des FSV. „Er hat überragend gehalten“, musste Wolf zugeben.

Im zweiten Durchgang ließen die Kräfte der Gastgeber sichtlich nach. Julien Zander belohnte die Mühen seiner Mannschaft zwar mit dem verdienten Führungstreffer, doch nur wenige Minuten später schlug der HSV Medizin zurück. Robert Kowals Freistoß landete direkt im Tornetz.

Genthin: Preuß – Riehn, Schache, Reinshagen, Muschert, Wolf, Dake, Zander, Gronwald, Rähse, Thiede

Tore: 1:0 Julien Zander (83.), 1:1 Robert Kowal (90.); SR: Thomas Görges (Uetz), Jonas Schulze, Joris Thiele; ZS: 52