Schönebeck/Heyrothsberge l Die Achterbahn ist nach 40 Minuten noch einmal angeruckt. „Nach dem 1:4 durfte man meinen, dass es das gewesen ist. Aber nach dem 2:4 dachte ich: Okay, zwei Tore holen wir immer auf. So haben wir uns dann auch in der Kabine eingeschworen“, erinnerte sich André Hoof an sein samstägliches Wechselbad der Gefühle an der Seitenlinie des SV Union Heyrothsberge. Als Enrico Palm jedoch kurz nach Wiederanpfiff den fünften Treffer für die Gastgeber aus Schönebeck folgen ließ, rauschte die Wagenreihe erneut talwärts. Hinter dem letzten Looping zum 2:6-Endstand aus Sicht der Gäste folgte endlich der Ausstieg.

Was die zweite Saisonniederlage der Unioner umso ärgerlicher machte, war, dass der gastgebende Verbandsliga-Absteiger keinesfalls übermächtig wirkte. Was die neu formierten Elbestädter während der Partie, in der beide Mannschaften teils bis an die Slapstick-Grenze Geschenke verteilten, vom Gegner unterschied: Sie hielten sich nicht ganz so strikt an die neutestamentarische Botschaft vom Geben und Nehmen, sondern nutzten die Fehler der Gäste konsequenter aus.

Zum Beispiel nach Standardsituationen: Vor dem 1:0 durch Marcus Bolze (18.) und dem 2:1 durch Dmitrijs Poliscuks (26.) brachte Palm jeweils einen Freistoß und einen Eckball von der rechten Seite mit Schnitt zum Tor herein. Trotz klarer Zuordnung hielt die Heyrothsberger Defensivreihe gebührenden Abstand zum Gegner und hatte im Duell um eine Verteidigungsposition schlechte Karten.

Als Bolze einen Ballverlust im Mittelfeld mit dem 3:1 bestrafte (31.) und wenig später die gesamte Abwehr samt Torhüter Christopher Biegelmeier zum 4:1 verlud (38.), fielen der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich (20.) und der 2:4-Anschluss (40.) kaum mehr ins Gewicht. Beiden Treffern durch Karsten Völckel gingen krasse Patzer der Gastgeber voraus, was es aus Sicht von Trainer Hoof nur schlimmer machte: „Beide Mannschaften haben sich da nichts genommen. Für unsere groben individuellen Fehler fehlen mir allerdings die Worte. Einige im Team sollten sich da wirklich Gedanken machen, denn das ist eine reine Qualitätsfrage.“