Gommern l Angesichts der ungewohnten Anwurfzeit am frühen Nachmittag war es kaum verwunderlich, dass Gommerns Verbandsliga-Handballer am Sonnabend etwas schwer in die Gänge kamen. Nach rund zehn Minuten im Pokalduell mit der SG Lok Schönebeck wurde es Sebastian Munter aber doch ein wenig zu betulich. „Wir sind doch vor dem Spiel spazieren gegangen. Jetzt spielen wir bitte Handball“, durfte sich Rückraumschütze Frank Liebich auf den Weg geben lassen, als das SVE-Angriffsspiel gerade nicht die ganz große Dynamik versprühte. Der knappe 29:28 (15:16)-Erfolg über den Sachsen-Anhalt-Ligisten sprach aber einerseits dafür, dass die Ehle-Handballer rechtzeitig zum Tempo gefunden haben. Andererseits führte der Weg aber vor allem über die Grundtugenden im Mannschaftssport: „Der Kampfgeist, der uns in der Vorsaison ausgezeichnet hat, war sicher mit ausschlaggebend. Zwischenzeitlich haben wir uns ja bereits mit drei Treffern im Rückstand befunden.“

Am Ende konzentrierter

Tatsächlich drohten die Gäste beim 10:7 (16.) und 14:11 (24.) ihrer Favoritenstellung gerecht zu werden. Doch Gommern ließ sich nicht abschütteln, kämpfte sich heran und stellte kurz nach Wiederbeginn den 16:16-Ausgleich her (32.). Bis zum Ende lieferten sich beide Teams einen Schlagabtausch, in dem die Eintracht zumeist vorlegte. Daneben lieferte der SVE in der entscheidenden Schlussphase die konzentriertere Vorstellung ab. „Schönebecks Torhüter hat wirklich gut gehalten. Stellenweise haben wir ihn aber auch berühmt geworfen. Das haben wir zum Ende abgestellt und unsere Chancen verwertet.“

Der Schlüssel zum Erfolg lag allerdings auch der Siebenmeterlinie. Während Gommern um seinen besten Werfer Stephan Lindner (12/4) alle fünf Versuche im Lok-Gehäuse unterbrachte, ließ Schönebeck fünf seiner acht Strafwürfe liegen. Und auch ohne gegnerische Schützenhilfe blieb vor allem ein Sieg der Moral im Gedächtnis. Munter erklärte: „Erfolgserlebnisse stärken den Rücken. Der Schwung ist nach den zurückliegenden Auftritten auf jeden Fall da.“ Nun gilt es ihn mit in die Liga zu nehmen, wo am Sonnabend mit dem Heimspiel gegen die HSG Altmark West die nächste schwere Prüfung wartet. Dann übrigens auch erst wieder zu späterer Stunde um 18 Uhr.
Gommern: Hartung, Pfahl – Einwiller (1), Schröder (3), Prokop (3), Schäde (3/1), Kaffenberger, Stahlhut (1), Liebich (6), Alsleben, Lindner (12/4)
Schönebeck: Knörich – Minet (1), Kessel, Schulz (2), Bauer (3), Roost, Willner (1), Bullmann (2), Riedel (2), Karau (3), Mayer, Ernst (2), Dobertin, Krause (12/3)
Siebenmeter: SVE 5/5 – Lok 8/3; Zeitstrafen: SVE 6 – 5