Biederitz l Auf Biederitzer Seite war allen Beteiligten natürlich klar, dass nur eine gewaltige Steigerung gegenüber der Vorwoche zu etwas Zählbarem führen konnte. „Das ist uns recht eindrucksvoll geglückt. Solch eine Konzentration aufs Wesentliche in den letzten zwei Heimspielen und wir hätten sogar noch vier Zähler mehr auf dem Konto“, nahm Trainer Enrico Sonntag nach dem Sieg rückblickend auch noch einmal die zuvor verlorenen Duelle gegen den USV Halle II und die HSG Osterburg kritisch ins Visier.

Dabei sah es anfangs alles andere als rosig für die Gastgeber aus, die nach sieben Minuten mit 2:6 im Rückstand gerieten, da zur eigenen Nervosität auch noch die Gäste mit einer bis dahin 100-prozentigen Trefferquote glänzten. So kam die Auszeit von SVL-Coach Ingo Friedl nach den Anschlusstreffern von Marcus Tysack und Sören Große beim Stand von 4:6 (9.) nicht von ungefähr.

Fortan waren die Biederitzer im Spiel, auch wenn der SVL durch Ricardo Schult noch einmal auf 7:5 davonzog. Kurze Zeit später war es dann Christoph Frank, der beim 7:7 und 8:8 (18.) auf unentschieden stellte. Kreisläufer Sebastian Rabe, einer von drei eingesetzten Aushilfen, sowie der starke Max Held machten es ihrem Mitspieler wenig später zum 9:9 und 10:10 (20.) nach.

Torgaranten mit Sonderbewachung

Auch in den restlichen Minuten des ersten Durchgangs blieb es stets den Gästen vorbehalten, den Führungstreffer zu erzielen. Doch die Gastgeber waren nun im Spiel und schafften stets den Ausgleich. Beide Mannschaften praktizierten im Übrigen eine jeweilige Manndeckung. Während auf Biederitzer Seite Frank mit einer Sonderbewachung bedacht wurde, war es auf Seiten der Gäste Spielmacher Denny Friedl. Schließlich ging es mit einem leistungsgerechten 15:15 in die Kabinen. Zuvor hatte sich auch Rückraumspieler Steve Klack, der ansonsten in der Stadtliga Magdeburg auf Torejagd geht, noch zweimal in die Torschützenliste eingetragen.

Nach Wiederanpfiff glänzten zunächst nur die Biederitzer, die bis zur 38. Minute durch Tysack, Held und Frank (2) ein 19:15 herauswarfen. Die Gäste produzierten viele einfache Fehler und nutzten ihre Chancen gegen einen sich steigernden Biederitzer Schlussmann Andreas Wichmann, der unter anderem einige wichtige Bälle von Friedl wegpflücken konnte, nicht.

Von einer Vorentscheidung konnte aber längst nicht gesprochen werden, auch nicht nach dem 22:17 der Gastgeber (42.), die in Sachen Körpersprache gegenüber den Vorwochen kaum wiederzuerkennen waren. Der SVL kämpfte sich zum 22:19 heran und konnte auch den 24:20-Rückstand (47.)zum 24:23 (49.) eindämmen.

Jubel mit der Schlusssirene

Das 25:23 von Kreisläufer Marvin Möritz beantwortete Florian Bethge per Konter mit dem 25:24, ehe Große die Verantwortung übernahm und per Doppelschlag das 27:24 (54.) erzielte. Doch die diszipliniert agierenden Gastgeber taten sich nun deutlich schwerer im Angriff, was der SVL nach zwei Biederitzer Fehlwürfen 27:26 nutzten. Nach fast dreiminütiger Torflaute band schließlich Frank per Siebenmeter den Sack endgültig zu und der anschließende Jubel auf Seiten der Gastgeber war allzu verständlich.

„Zunächst einmal ein großes Dankeschön an die vier Spieler, die uns heute geholfen haben. Den Sieg haben wir uns verdient, weil wir im Gegensatz zu den vergangenen Heimauftritten von der ersten bis zur letzten Minute miteinander gefightet haben. Nun gilt es, sich auf die TSG Calbe vorzubereiten“, blickte Coach Sonntag bereits auf das nächste Heimspiel, ohne jedoch Linksaußen Held ein Extralob auszustellen: „Das war definitiv seine stärkste Leistung, seit er bei uns ist.“
Biederitz: Wichmann, Wolke – Möritz (1), Bahr, Held (5), Kinast, Große (6), Enke, Rabe (2), Holzgräbe, Frank (8/3), Klack (2), Tysack (4)
Langenweddingen: Krüger, Böhm – Merkel (1), J. Oeltze (1), M. Oeltze, Elschner, R. Schult (6), Bollmann, Friedl (4), Thürmer (5), Örtel, Bethge (1), Deutscher (2), S. Schult (6/3)